Kein Geld, kein Personal

Pensionist wird Bademeister! Sonst gibt es kein Freibad

Weil Geld und Personal fehlen, setzen Gemeinde und Freiwillige in Mureck auf Eigeninitiative. Ein Gemeinderat steht als Bademeister am Beckenrand.
Österreich Heute
30.05.2026, 19:45
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Der Kampf ums fehlende Geld tobt auch bei den Freibädern. In Mureck in der Südsteiermark hat man zu einer ungewöhnlichen Lösung gegriffen: Gemeinde und Freiwillige packen gemeinsam an, damit das Freibad auch heuer öffnen kann.

Es war schwierig. Horrende Betriebskosten, der bisherige Pächter hörte nach zwei Jahren auf und ein Nachfolger war nicht in Sicht. Für die Gemeinde stand die Zukunft des Freibads auf dem Spiel.

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"Dann haben wir uns im Gemeinderat gedacht, wie können wir das finanziell betreiben. Und ich, weil ich in Pension bin, habe gesagt, ich helfe auch mit. Und so ist es dazu gekommen, dass ich jetzt Bademeister bin", sagt Ernst Walisch im ORF. Der frühere Polizist sorgt nun nicht mehr auf der Straße, sondern am Beckenrand für Sicherheit.

Auch an anderen Stellen wird ehrenamtlich mitgeholfen. Die Becken wurden von Freiwilligen gereinigt, damit der Saisonstart möglich wird.

Einer von ihnen ist Franz Pein. Beim Arbeitseinsatz erinnerte er sich im ORF an seine Jugendzeit im Freibad: "Am Abend, wenn alles zugesperrt war, heimlich, ich kann nicht mehr verhaftet werden dafür, haben wir beim Zaun Löcher gehabt, da sind wir reingeschlupft."

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Ganz ohne Geld geht es dennoch nicht. Bürgermeister Klaus Strein rechnet mit jährlichen Kosten zwischen 120.000 und 180.000 Euro.

Vor allem Strom und Personal belasten das Budget. "Ein großer Teil entfällt auf den Strom, ein großer Teil entfällt auf Personalkosten, die wir jetzt eben mit ehrenamtlichen Mitarbeitern senken wollen", sagt Gemeinderätin Karin Kern.

Ab Sonntag soll auch das Buffet wieder geöffnet sein. Zudem sind neue Angebote geplant. Im Rahmen des Projekts "Frauen in Bewegung" werden künftig Yoga-Abende und Wassergymnastik im Freibad angeboten.

Für die Besucher gibt es allerdings eine Änderung: Der Tageseintritt kostet nun 8,50 Euro, etwas mehr als bisher.

Immerhin wartet auf die Badegäste bereits angenehm warmes Wasser. "Wie haben schon 27 Grad im Becken", sagt der Bademeister.

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