In der Gaststube ist es still, der Herd bleibt kalt. Am 30. April sperrte Peter Unterberger seinen Angerwirt auf der Teichalm endgültig zu. 35 Jahre lang führten er und seine Frau Franziska den Traditionsbetrieb auf der oststeirischen Alm.
"Ich war gern Wirt", sagt der 59-Jährige zur Kleinen Zeitung. Am Geschäft habe es nicht gelegen. "Das Geschäft ist gut gelaufen", erzählt Unterberger. Früher wurden im Angerwirt sogar Lehrlinge ausgebildet.
Doch nach der Pandemie begannen die Probleme: "Nach Corona haben wir keine Mitarbeiter mehr gefunden", so Unterberger. Dabei hat er den Mitarbeitern viel geboten, auf der Teichalm gab es schon lange eine Vier-Tage-Woche. "Bis zum Schluss hat unsere 73-jährige Aushilfskellnerin mitgearbeitet. Sie war super. Wir hatten immer eine Gaude", erzählt Unterberger in der Kleinen Zeitung.
Neben dem Personalmangel machten auch die Teuerung und gesundheitliche Probleme in der Familie den Wirtsleuten zu schaffen. Jammern will Unterberger aber nicht: "Ich möchte nicht jammern und ich hör nicht auf, weil ich nicht gerne Wirt bin."
Wer ihn kannte, wusste: Für einen Schmäh war immer Zeit. Auch seine Harmonika packte der Vollblutwirt gerne aus. Beim Angerwirt saßen Touristen ebenso wie viele Stammgäste, darunter auch ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz und seine Frau Elisabeth.
Gelernt hatte Unterberger das Wirtsein nie. "Ich komme eigentlich aus der Bauwirtschaft und war ein absoluter Quereinsteiger." Das Haus wurde von den Großeltern seiner Frau Franziska erbaut. Bis 1991 führten es ihre Eltern, danach übernahmen Peter und Franziska.
Wie es weitergeht, ist offen. Derzeit wird gebaut. Sohn Markus, der als Koch im Angerwirt arbeitete, baut das Obergeschoss zu einer Wohnung um. Auch Peter und Franziska Unterberger bleiben im Haus wohnen.