Senioren vernachlässigt

Pflegeskandal in Wien: Nun gab es überraschendes Urteil

Geschwüre, Knochenbrüche, Dehydration: Gegen eine frühere Pflegeheim-Direktorin wurden schwere Vorwürfe erhoben. Nun gab es eine Überraschung!
Wien Heute
13.06.2026, 17:20
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Eine frühere Direktorin einer mittlerweile geschlossenen Wiener Seniorenresidenz ist am Freitag (12.6.) am Wiener Landl freigesprochen worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

17 Senioren vernachlässigt

Die Anklage lautete auf Quälen und Vernachlässigen wehrloser Personen. Der Frau wurde vorgeworfen, zwischen Jänner 2019 und August 2022 die notwendigen Mittel für eine fachgerechte Betreuung der Bewohner nicht bereitgestellt zu haben.

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Mangelernährung und Schmerzen

Laut Anklage sollen insgesamt 17 Senioren unter gravierenden Pflegemängeln gelitten haben. Die Rede war von schmerzhaften Folgen wie Aufliegegeschwüren, Gelenkversteifungen bis hin zu Knochenbrüchen. Bei bettlägerigen Bewohnern soll es zudem zu Mangelernährung und Austrocknungen gekommen sein.

Missstände festgestellt

In ihrer Urteilsbegründung erklärte die Richterin, dass sich eine strafrechtliche Verantwortung nicht mit der erforderlichen Sicherheit habe nachweisen lassen. Zwar seien zahlreiche Missstände festgestellt worden, darunter Personalmangel, ein hoher Anteil an Fremdpersonal, zu wenig Fachkräfte sowie Hygiene- und Dokumentationsmängel. Auch Konflikte innerhalb der Teams hätten laut Gericht eine Rolle gespielt.

Rolle der Direktorin unklar

Das Verfahren habe grundsätzliche Probleme im Pflegebereich sichtbar gemacht, hielt die Richterin fest. "Das ist bestürzend, gerade wenn die Gesellschaft immer älter wird." Unklar geblieben sei aber, ob die Direktorin von den Problemen tatsächlich in jenem Ausmaß gewusst habe. Die Beschuldigte hatte bereits zum Prozessauftakt am 29. April sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen. Es gilt die Unschuldsvermutung!

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