Monatelange Wartezeiten auf Operationen sorgen zunehmend für Frust bei Patienten. Für eine 79-jährige Wienerin wurde eine notwendige Wirbelsäulen-OP zuletzt zur belastenden Geduldsprobe.
Die Pensionistin wartet seit Monaten auf einen Eingriff an der Lendenwirbelsäule. Die Geschichte begann bereits im September des Vorjahres, als ihr behandelnder Arzt die Operation beantragte. Für Februar 2026 wurde schließlich ein Termin angesetzt.
Die Hoffnung auf eine baldige Behandlung hielt jedoch nicht lange. Kurz vor dem geplanten Eingriff wurde die Operation abgesagt. Besonders bitter für die Betroffene: Laut Bericht erfolgte die Absage ohne persönliches Gespräch und ohne rechtzeitige Information.
Für zusätzliche Verärgerung sorgte ein weiterer Vorfall. Im Nachhinein soll die Patientin gefragt worden sein, warum sie die Operation selbst abgesagt habe.
Die 79-Jährige leidet nach eigenen Angaben weiterhin unter starken Beschwerden. Gegenüber der "Krone" schilderte sie ihre Situation so: "Die Tage werden beschwerlicher, die Nächte länger. Schlaf ist kaum noch möglich, der Alltag wird zur Herausforderung. Nur, weil es keine OP für mich gibt."
Eine raschere Behandlung wäre zwar im privaten Gesundheitsbereich möglich. Die dafür anfallenden Kosten von rund 10.000 bis 15.000 Euro kann die Mindestpensionistin jedoch nicht aufbringen.
Der Fall steht laut dem Bericht beispielhaft für ein Problem, das viele Patienten in Österreich betrifft. Die Wartezeiten auf Operationen werden zunehmend länger.
Auch Vertreter der Ärzteschaft schlagen Alarm. "Der Spardruck ist mittlerweile unerträglich, nicht nur bei den OPs. Aufgrund fehlender Nachsorge steigen gleichzeitig Reoperationen und Komplikationen. Wir brauchen endlich politische Lösungen statt Streiterei", wird gewarnt.
Für die Wienerin gibt es inzwischen zumindest einen Hoffnungsschimmer. Nachdem ihr Arzt intensiv interveniert hatte, erhielt sie nun doch einen Operationstermin für Juni.