Seit dem 1. Juni ist der Arztbesuch für viele Österreicher spürbar teurer geworden. Die Versicherungsanstalt für öffentlich Bedienstete, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) hat den sogenannten Behandlungsbeitrag, also den Selbstbehalt für Arztbesuche, von zehn auf 20 Prozent erhöht.
Betroffen sind laut Angaben des Seniorenbundes rund 1,3 Millionen Versicherte.
Besonders kritisch sehen Seniorenvertreter, dass viele erst kurz vor Inkrafttreten über die Änderung informiert wurden.
Vor allem ältere Menschen hätten nun mit einer zusätzlichen finanziellen Belastung zu kämpfen.
Wie "5min" berichtet, empfindet Ingrid Korosec, Präsidentin des Seniorenbundes, das Vorgehen als „empörend“.
Auch Birgit Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreich (PVÖ), kritisiert die Maßnahme scharf und fordert ein Ende weiterer Belastungen für Pensionisten.
Korosec betont, dass Menschen über 50 einen höheren medizinischen Bedarf hätten als Jüngere. Die Verdoppelung des Selbstbehalts komme daher einer enormen und unzumutbaren Zusatzbelastung gleich – gerade angesichts der allgemeinen Teuerung.
Auch Gerstorfer weist darauf hin, dass Pensionisten in den vergangenen Jahren bereits einen überproportionalen Beitrag zur Finanzierung des Gesundheitssystems geleistet hätten.
Die PVÖ-Präsidentin kritisiert zudem die fehlende Vorlaufzeit und Information zur Maßnahme: „Wer jahrzehntelang Beiträge geleistet hat, verdient Transparenz und Respekt – und keine Überraschungen bei den Gesundheitskosten.“ Sie fordert die Verantwortlichen auf, sozial ausgewogenere Lösungen zur Budgetkonsolidierung zu finden.
Gerstorfer zeigt sich überzeugt: „Die Krankenkassen werden mit Sicherheit bessere und gerechtere Wege finden können, ihre Budgets zu sanieren, als dies auf Kosten der älteren Generation zu tun.“