Ein kleiner Sitzplatzwechsel, der möglicherweise sein Leben rettete! Arsenal-Star Mikel Merino (30) blickt auf einen der schlimmsten Momente seiner Karriere zurück. Beim Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund im April 2017 entging der Spanier nur durch einen glücklichen Zufall womöglich schweren Verletzungen.
In einer Kolumne für "The Players' Tribune" erinnert sich der Weltmeister mit Spanien an die dramatischen Sekunden vor dem Champions-League-Spiel gegen AS Monaco. "Es gab einen ohrenbetäubenden Knall und dann erinnere ich mich, wie der Bus fast umkippte. Ich schaute hinter mich und sah Blut auf dem Boden. Rauch, Schreie", schildert Merino.
Besonders erschütternd ist, was der damals 20-Jährige erst am nächsten Tag erfuhr. Ein Splitter hatte die Kopfstütze jenes Sitzplatzes getroffen, auf dem er normalerweise saß. Doch ausgerechnet an diesem Tag hatte sich Merino umgesetzt, weil seine Beine verspannt waren und er vorne mehr Platz hatte.
"Ich glaube, ich habe einen Schutzengel. Tatsächlich bin ich durch einen glücklichen Zufall am Leben", sagt der Mittelfeldspieler. "Also saß ich vorne, das könnte mein Leben gerettet haben." Sein damaliger Teamkollege Marc Bartra wurde bei dem Anschlag schwer am Unterarm verletzt.
Am 11. April 2017 hatte ein Attentäter drei Sprengsätze neben dem Dortmunder Mannschaftsbus gezündet. Sein Motiv war finanzieller Natur: Er hatte auf fallende Kurse der BVB-Aktie spekuliert. 2018 wurde der Täter wegen versuchten Mordes in 29 Fällen zu 14 Jahren Haft verurteilt. Die Dortmunder mussten bereits am Tag nach dem Anschlag gegen Monaco antreten. Viele Spieler litten noch lange unter den psychischen Folgen.
Heute blickt Merino auf eine erfolgreiche Karriere zurück. Mit Arsenal und Spanien feierte er große Titel, nach einer schweren Fußverletzung kämpfte er sich rechtzeitig für die WM im vergangenen Sommer zurück. Mittlerweile ist der 30-Jährige auch Vater. Die Erlebnisse haben seinen Blick auf das Leben verändert. Merino glaubt inzwischen daran, "dass Dinge aus einem bestimmten Grund passieren".