Doch keine Versteigerung

Pleite-Hotel gerettet – Gläubiger nehmen Quote an

Durch den Einstieg eines Milliardärs ist das Zittern um das Traditionshotel Sacher in Baden vorerst vorbei. Gläubiger nehmen eine 20 Prozent Quote an.
Aram Ghadimi
23.10.2025, 05:15
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Das Hotel Sacher Baden kann bald auf 150 Jahre Geschichte zurückblicken. Zuletzt gab es aber Finanzierungsprobleme. Im zurückliegenden Sommer platzt dann die Bombe: Die Stadtgemeinde Baden erfährt, dass am 25. Juli 2025 ein Insolvenzverfahren über die Hotel Sacher Baden Betriebs GmbH eröffnet wurde.

Schon ein halbes Jahr zuvor musste Hotel-Betreiber Siegmund Kahlbacher, der gegenüber der Stadtgemeinde die Erhaltung und sogar den Ausbau des Hotels bekanntgegeben hatte, seinen eigenen Privatkonkurs anmelden. Die großspurigen Pläne, die Kahlbacher zuvor für das Hotel Sacher verkündet hatte, standen plötzlich völlig in der Schwebe. Jetzt kam die überraschende Wende.

Gläubiger stimmen Quote zu

Am Mittwoch informierte Creditreform, der staatlich bevorrechteter Gläubigerschutzverband, "Heute" über den Ausgang der Tagsatzung am Handelsgericht Wien im Insolvenzverfahren der Hotel Sacher Baden Betriebs GmbH: "Die bei Gericht anwesenden Gläubiger nehmen den angebotenen Sanierungsplan an, sie sollen als Einmalzahlung eine Quote von 20 Prozent erhalten." Der Sanierungsplan werde durch den irischen Immobilienentwickler und Milliardär Luke Comer erfolgen, sagt der leitende Insolvenzreferent, Daniel Pfeiffer.

Zwangsversteigerung angeordnet

Die Vorgeschichte: Im September gingen in Baden noch einmal die Wogen hoch. Medien hatten kolportiert, dass das Hotel Sacher vor einer Zwangsversteigerung steht. Ursprünglich 1881 im Stil eines Jagdschlosses erbaut, sollte das gesamte Ensemble, bestehend aus dem prunkvollen Gebäude mit 38 Gästezimmern auf 2.300 Quadratmetern Eigengrund, unter den Hammer kommen – Schätzwert 4,6 Millionen Euro.

Die Zwangsversteigerung, für die bereits der Termin am 2. September feststand, konnte aber in letzter Sekunde abgewandt werden. Wie der ORF am 3. September berichtet hatte, war plötzlich Milliardär Comer eingesprungen. Er hatte laut ORF kurzerhand rund 3,7 Millionen Euro überwiesen. Damit war es aber nicht getan.

Gericht wollte zweiten Versteigerungstermin

Das zuständige Gericht hatte nämlich schon wenig später einen neuen Termin für die Versteigerung angesetzt. Doch Kahlbacher, der indes einen Antrag auf Einstellung des Exekutionsverfahrens gestellt hatte, ist es gelungen, das zu verhindern.

Zukunft ungewiss

Indem die Gläubiger am Mittwoch die bei der Tagsatzung festgelegte 20-Prozent-Quote angenommen haben, ist die Versteigerung nun endgültig vom Tisch. Wie es weitergeht, bleibt aber weitgehend unklar.

Alle Hoffnung Kahlbachers für das Hotel Sacher dürfte jetzt auf Milliardär Luke Comer liegen, der zu Jahresbeginn bereits das ursprünglich von Unternehmer Frank Stronach gegründete Magna Racino in Ebreichsdorf gekauft hatte. Der irische Immo-Investor liebt Pferde und züchtet sie auch. Kahlbacher fungiert im neu erstandenen Racino als Comers Geschäftsführer, neben Natalia Gladkova, Country Financial Controller der Comer Group.

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