Der Chemiepark in Linz hat eine jahrzehntelange Tradition. Ausgerechnet dort muss sich nun ein großer Betrieb mit einer weitreichenden Insolvenz herumschlagen. Der Alpenländische Kreditorenverband beziffert die Schulden mit mindestens rund 109,7 Mio. Euro.
An die 200 Gläubiger sind in die ESIM-Chemicals-Misere involviert. Insgesamt 289 Mitarbeiter – 136 Angestellte, 137 Mitarbeiter und 16 Lehrlinge – werden beschäftigt. Das Unternehmen beabsichtigt, vorübergehend weiterzumachen, hieß es zunächst vom AKV.
Nun reagiert das Unternehmen: Trotz intensiver Verhandlungen mit Banken und Eigentümern habe man außergerichtliche Maßnahmen nicht mehr umsetzen können, heißt es.
"Wir haben in den vergangenen Wochen intensiv an Lösungen gearbeitet, um den Betrieb stabil zu halten und eine Restrukturierung aus eigener Kraft zu ermöglichen", erklärt Geschäftsführer Frank Wegener. Leider sei das nicht mehr möglich gewesen. "In unserer Verantwortung mussten wir daher den Insolvenzantrag stellen."
Ziel sei es, den Standort Linz und eine möglichst große Zahl an Arbeitsplätzen durch eine Investorenlösung abzusichern. "Wir sind überzeugt, dass ESIM Chemicals aufgrund seiner technologischen Kompetenz, der langjährigen Kundenbeziehungen und des hohen Know-hows unserer Mitarbeiter eine tragfähige Zukunftsperspektive hat", so Wegener.
Auch eine OÖ-Baufirma musste vor kurzem Konkurs anmelden. Die Schulden machen mehrere Millionen aus, die mehr als 100 Mitarbeiter zittern.
Gründe für das Dilemma: In den vergangenen Jahren kämpfte der Betrieb konjunkturbedingt mit schlimmen Einbußen. Der Wettbewerbsdruck nahm zu, enorme Verluste wurden angehäuft.