Plötzlich war es finster! Am Mittwoch (28. Oktober) fiel in weiten Teilen des steirischen Ennstals der Strom aus. Die Ursache war ein dramatischer Flugunfall in Pruggern: Ein Paragleiter war in eine Hochspannungsleitung geraten. Dabei entstand ein Feuerball – und der Sportler blieb mit seinem Gleitschirm in den Stromdrähten hängen.
Wie das E-Werk Gröbming mitteilt, ereignete sich der Zwischenfall um genau 17.04 Uhr. Von Aich bis Niederöblarn war die Stromversorgung unterbrochen.
Der Unfall passierte am Ennsboden im Bereich des Tennisplatzes in Pruggern. Aus bislang unbekannter Ursache geriet der Sportler bei einem verunglückten Landemanöver in eine 30-Kilovolt-Mittelspannungsleitung.
Durch den Kontakt kam es zu einem Kurzschluss. "Ein Feuerball war die Folge", schildert das E-Werk Gröbming die dramatischen Sekunden. Besonders gefährlich war die Lage für den Piloten selbst: Sein Schirm hatte sich in der Freileitung verfangen. Der Mann hing hilflos in den Drähten und konnte sich nicht selbst befreien.
Die Rettung lief sofort an. Laut Stromversorger funktionierte die Rettungskette "innerhalb weniger Minuten". Drei Feuerwehren rückten mit insgesamt 41 Kräften aus. Auch das Rote Kreuz und Mitarbeiter des E-Werks Gröbming standen im Einsatz.
"Zum Glück hat der Paragleiter den Boden nicht berührt", erklärte Christoph Schlüsslmayr, Sprecher des Bereichsfeuerwehrverbands Liezen, gegenüber der "Kleinen Zeitung".
Nach der Absicherung der gefährlichen Stromleitung gelang es der Feuerwehr, den Mann mithilfe einer Hebeplattform aus seiner misslichen Lage zu befreien und sicher zu Boden zu bringen.
Zunächst wurde der verunglückte Sportler zur medizinischen Abklärung ins Krankenhaus gebracht.
Später stellte sich heraus, dass seine Verletzungen offenbar schwerer waren als zunächst angenommen. Der Mann wurde mit Verbrennungen in ein Grazer Krankenhaus überstellt. Wie schlimm die Verletzungen tatsächlich sind, war vorerst nicht bekannt.
Nicht nur die Rettung des Paragleiters war heikel. Auch die Techniker des Stromversorgers mussten unter schwierigen Bedingungen arbeiten.
"Die Arbeiten und insbesondere die notwendigen Schaltvorgänge passierten unter großer Gefahr, da die Unfallstelle besonders neuralgisch gelegen ist und es obendrein noch regnete", erklärte das E-Werk Gröbming.
Während die Einsatzkräfte den verletzten Piloten versorgten, arbeiteten die Techniker daran, die Stromversorgung in den betroffenen Gemeinden wiederherzustellen.
Nach gut einer Dreiviertelstunde konnte der Großteil der Haushalte wieder mit Strom versorgt werden. Nur unmittelbar rund um die Unfallstelle dauerte die Wiederherstellung länger. Insgesamt waren sieben Mitarbeiter des Stromversorgers vor Ort, ein weiterer koordinierte die Maßnahmen von der Leitstelle im STROMhaus aus.