Ein eigentlich gut gemeintes Sponsoring endet in einem politischen Nachspiel: Ein Unternehmer wollte den Nachwuchs des SC St. Veit mit neuen Fußballdressen unterstützen. Doch nach einer Begegnung mit einem SPÖ-Gemeinderat am St. Veiter Wiesenmarkt zieht er sein Angebot zurück. Das berichtet die "Kleine Zeitung".
In einem Facebook-Posting schildert der Unternehmer den Vorfall ausführlich. Der Mandatar habe ihn auf das noch nicht umgesetzte Sponsoring angesprochen – nach Darstellung des Unternehmers allerdings alles andere als freundlich.
Er sei "direkt angepflaumt" worden, warum die Dressen noch nicht gekauft worden seien. Daraufhin habe er erklärt, dass sich vom Verein bislang niemand bei ihm gemeldet habe, um die notwendigen Formalitäten abzuklären. Sobald das geschehe, könne der Kauf stattfinden.
Danach soll die Situation eskaliert sein. Der Unternehmer spricht von einem "völlig inakzeptablen und pöbelhaften Verhalten" ihm und seiner Firma gegenüber. Zudem sei plötzlich nicht mehr nur eine Dressengarnitur verlangt worden, sondern zwei.
Auch abfällige Bemerkungen seien gefallen. Nach Darstellung des Unternehmers habe der Politiker sinngemäß gemeint, nüchtern bekomme man den Mund nicht auf, im Rausch erfahre man aber die Wahrheit. Ob und in welchem genauen Wortlaut diese Aussagen gefallen sind, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht unabhängig überprüfen.
Für den Unternehmer war damit eine Grenze überschritten. Er kündigte an, das geplante Sponsoring nicht mehr durchzuführen. Besonders bitter sei das für den Nachwuchs: "Die Leidtragenden sind am Ende leider die Kinder – und das ist das eigentlich Traurige an diesem Abend."
Die SPÖ St. Veit bestätigt, dass es zu dem Vorfall gekommen ist. Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, habe der stellvertretende Stadtparteiobmann Clemens Mitteregger bereits mit dem betroffenen Mandatar gesprochen. Dieser habe sich beim Unternehmer entschuldigt und bedaure sein Verhalten "zutiefst".
Für die Nachwuchskicker soll der geplatzte Sponsorendeal allerdings keine Folgen haben. Laut Mitteregger wurde bereits eine andere finanzielle Lösung gefunden. Die neuen Dressen sollen demnach in den kommenden Tagen bestellt werden.
Der SC St. Veit hält sich vorerst zurück. Kassier Wolfgang Robitschko erklärte, dass der Verein zunächst mit dem Sponsor und dem betroffenen Mandatar sprechen und den Sachverhalt klären wolle. Bis dahin wolle man sich zu dem Vorfall nicht weiter äußern.