Spektakulärer Schlag gegen eine international agierende Betrügerbande! Bei einer koordinierten Polizeiaktion in Wien und im spanischen Marbella sind drei mutmaßliche Kriminelle festgenommen worden. Die Ermittler stellten dabei gefälschte Euro-Banknoten im Wert von rund 2,1 Millionen Euro sicher.
Ausgangspunkt war der geplante Verkauf einer Luxusvilla durch einen österreichischen Unternehmer. Für die Wiener Polizei ist der Einsatz ein besonderer Erfolg: Laut den Ermittlern handelt es sich um den bislang größten Lockfallenerfolg gegen sogenannte Rip-Deal-Betrüger hierzulande.
Alles begann Anfang August 2026. Ein österreichischer Immobilienunternehmer bot seine Luxusvilla im spanischen Marbella im Internet zum Verkauf an. Daraufhin meldeten sich vermeintlich finanzkräftige Interessenten. Sie gaben vor, für ein Schweizer Immobilienkonsortium tätig zu sein.
Die angeblichen Investoren besichtigten das Anwesen gemeinsam mit dem Rechtsanwalt des Verkäufers. Bei mehreren Treffen in Marbella bauten sie Vertrauen zu dem Unternehmer auf. Schließlich wurde für den 6. Oktober eine außergewöhnliche Geldübergabe vereinbart.
In einem Hotel in Marbella sollten die angeblichen Käufer eine Baranzahlung von 1,8 Millionen Euro für die Villa leisten. Gleichzeitig sollte in Wien ein zweites Geschäft stattfinden: Der Sohn des Immobilienunternehmers sollte einem der vermeintlichen Investoren Goldmünzen im Wert von 300.000 Euro als Vermittlungsprovision übergeben.
Doch hinter dem Geschäft steckte laut Polizei ein ausgeklügelter Betrugsversuch. Die mutmaßlichen Täter wollten die Goldmünzen an sich bringen und gleichzeitig eine große Menge Falschgeld in Umlauf bringen.
Bei dieser Masche, einem sogenannten Rip-Deal, werden Opfer mit scheinbar lukrativen Geschäften und vorgetäuschter Zahlungsbereitschaft in die Falle gelockt.
Der österreichische Villenbesitzer wurde jedoch rechtzeitig misstrauisch. Bei einer Internetrecherche stieß er auf Berichte über die auf derartige Betrugsfälle spezialisierte "Rip-Deal Unit Vienna" des Wiener Landeskriminalamts. Statt das Geschäft abzubrechen, wandte er sich an die Ermittler.
Der Unternehmer erklärte sich bereit, mit der Polizei zusammenzuarbeiten, um die mutmaßlichen Betrüger zu überführen. Daraufhin begann eine groß angelegte internationale Operation unter dem Namen "Castillo".
Am 6. Oktober war es schließlich so weit. Ermittler der Wiener Rip-Deal-Spezialeinheit, des österreichischen Bundeskriminalamts und der spanischen Policía Nacional koordinierten gemeinsam mit Europol und dem österreichischen Verbindungsbeamten-Büro in Madrid einen verdeckten Einsatz.
In Wien und Marbella wurden zeitgleich vorbereitete Zugriffsmaßnahmen durchgeführt. Bei der Festnahme eines Tatverdächtigen in Wien war auch die Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) beteiligt. Das Ergebnis: Drei Festnahmen und rund 2,1 Millionen Euro sichergestelltes Falschgeld.
Bei den Festgenommenen handelt es sich um drei Männer im Alter von 27, 30 und 53 Jahren. Sie waren den europäischen Polizeibehörden bereits bekannt. Zusammengerechnet weisen die Beschuldigten laut Ermittlern 30 einschlägige Vorstrafen in mindestens fünf europäischen Staaten auf. Darunter befinden sich Verurteilungen wegen Raubes, Diebstahls im Rahmen einer kriminellen Vereinigung, schweren Betrugs sowie Falschgelddelikten.
Die Ermittler rechnen die drei einer international tätigen Gruppierung zu, die auf Rip-Deal-Betrug spezialisiert sein soll. Mit der Operation "Castillo" sei es gelungen, diese mutmaßliche Tätergruppe zu zerschlagen, heißt es in der Polizeiaussendung.
Der Fall zeigt, wie aufwendig Betrüger bei Geschäften mit hochpreisigen Immobilien und Luxusgütern vorgehen können. Die Kriminalprävention rät deshalb zu besonderer Vorsicht, wenn Käufer einen Verkäufer für die Abwicklung eines Geschäfts ins Ausland locken wollen.
Misstrauen sei auch angebracht, wenn Interessenten ohne Verhandlungen auffallend hohe Kaufpreise akzeptieren. Verkäufer sollten potenzielle Geschäftspartner überprüfen und sich Referenzen vorlegen lassen. Wer Opfer eines Rip-Deals wird, soll jedenfalls auch in Österreich Anzeige erstatten – selbst wenn sich die Tat im Ausland ereignet hat.