Vom iPhone bis zum künstlichen Bein: Im Wiener Fundamt landen jährlich 126.000 Gegenstände, darunter so manche Kuriosität. Wie das ServusTV-Nachmittagsmagazin "Servus um 3" jetzt berichtete, gibt es in den Lagern der MA 48 kaum etwas, das es nicht gibt. Der wohl spektakulärste Fund: ein Rucksack mit mehr als 100.000 Euro Bargeld, der vor einiger Zeit am Wiener Hauptbahnhof auftauchte.
Wie "Heute" auf Nachfrage erfuhr, gehörte das Vermögen einem älteren Mann aus Deutschland, der sich gerade auf der Durchreise befand. Der Pensionist wollte mit dem Geld eine Immobilie anzahlen, hatte seinen Rucksack aber versehentlich im Zug vergessen. Sein Glück: Neben den Geldbündeln befanden sich auch Banknachweise und Belege im Gepäck. Die findigen Fundamts-Mitarbeiter konnten den Besitzer deshalb rasch ausforschen. "Er war natürlich überglücklich und dankbar, als er sich das Geld abholen kam", erzählt MA-48-Sprecherin Sandra Holzinger.
Dass verlorene Schätze wieder auftauchen, ist übrigens gar nicht so selten. Von den 126.000 im Jahr 2025 abgegebenen Fundstücken fanden mehr als 57.000 wieder zu ihren Besitzern. In der Zentrale in der Siebenbrunnenfeldgasse in Wien-Margareten stapeln sich verlorene Schätze wie Jacken, Regenschirme, Kopfhörer, iPhones und Schlüsselbunde fein säuberlich nach Monaten sortiert. Abgegeben wurden 2025 rund 19.000 Geldbörsen, 7.100 Taschen, knapp 30.000 Ausweise und Dokumente, über 10.000 Handys sowie 9.600 Schlüssel.
Chefin Emsada Kurbegovic kennt die kuriosesten Geschichten. "Manche Wiener verlieren sogar ihr Gebiss – und holen es tatsächlich wieder ab", erzählte sie unverblümt im ServusTV-Beitrag. Ein Mann kam einmal und setzte seine verlorenen dritten Zähne gleich vor Ort ein, um zu prüfen, ob es wirklich seine waren, heißt es.
"Geld wird Pi mal Daumen 30.000 bis 40.000 Euro verloren", so Kurbegovic. "Alles, was auf dem Markt neu ist, landet kurz darauf bei uns", schmunzelt sie. Auch Kurioses schlägt regelmäßig im Fundamt auf. Darunter: eine Beinprothese, ein Dudelsack, eine Hannibal-Lecter-Maske, eine Beatmungspuppe oder gar ein Lego-Star-Wars-Sternenzerstörer.
Handy oder Geldbörse weg? So gibt's Hoffnung
Auf fundamt.gv.at Verlustmeldung aufgeben. Marke, Farbe, Seriennummer oder besondere Merkmale beschreiben.
Wer selbst etwas findet, kannes 100 rote Fundboxen in Wien werfen. Wertvolle Funde sollten persönlich abgegeben werden – nur so lassen sich ein möglicher Finderlohn oder Eigentumsansprüche geltend machen.
Das Zentrale Fundservice befindet sich in der Siebenbrunnenfeldgasse 3 in Wien-Margareten. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 8 bis 15.30 Uhr, donnerstags sogar bis 17.30 Uhr. Telefonische Auskünfte gibt es unter 01/4000-8091.
Als Besitzer hat ganz sechs Monate Zeit, seine verlorenen Sachen abzuholen. Danach landen brauchbare Gegenstände beim 48er-Tandler, Schmuck und andere Wertgegenstände werden beim Dorotheum versteigert. Erlöse kommen Wohltätigkeitszwecken zugute.
Mehr als 40.000 Menschen kamen im Vorjahr persönlich zum Fundservice – rund 170 pro Arbeitstag. Dort spielen die Mitarbeiter dann regelmäßig Sherlock Holmes: Anhand von Namen, Dokumenten oder anderen Hinweisen versuchen sie, die rechtmäßigen Eigentümer auszuforschen.