Wien als Vorbild! Die österreichische Polizei bekommt ein neues Werkzeug im Kampf gegen Kriminalität. Mit der Technologie "BioCapture" können Polizisten Fingerabdrücke direkt mit der Kamera ihres Diensthandys scannen und innerhalb weniger Minuten mit bestehenden Datenbanken abgleichen. Seit Ende Oktober 2026 ist die Anwendung nun auch bundesweit im Einsatz.
Innenminister Gerhard Karner (VP) und Wiens Landespolizeivizepräsident Dieter Csefan präsentierten die neue Technologie am Dienstag (3. November) bei fremdenpolizeilichen Kontrollen am Wiener Westbahnhof.
Mit der neuen Anwendung können Polizisten direkt vor Ort feststellen, ob eine kontrollierte Person bereits in einer Datenbank erfasst ist. So lassen sich gesuchte Personen identifizieren und der rechtmäßige Aufenthalt überprüfen.
Das soll vor allem fremdenpolizeiliche Kontrollen und Fahndungen deutlich beschleunigen. Auch der Transport von kontrollierten Personen auf eine Polizeidienststelle wird dadurch in vielen Fällen überflüssig. Die Fingerabdrücke werden ausschließlich für den Abgleich verwendet und anschließend wieder gelöscht.
Ganz neu ist die Technologie nicht. Bereits seit August 2025 wurde "BioCapture" von ausgewählten Polizeieinheiten getestet. Anfang März 2026 kam auch die Wiener Bereitschaftseinheit dazu. Rund 600 Polizisten führten während des rund einjährigen Probebetriebs insgesamt 2.514 Abfragen mit dem mobilen Fingerabdruckscan durch. Seit Ende Oktober können nun alle Polizisten in Österreich die Anwendung auf ihrem Diensthandy nutzen. Voraussetzung dafür ist eine entsprechende Schulung.
Innenminister Gerhard Karner (VP) sieht in der neuen Technologie einen wichtigen Fortschritt für die Polizeiarbeit. "Mit dieser neuen Technologie wird die Fahndung nach Kriminellen noch moderner, schneller und effizienter. Österreich übernimmt bei der Entwicklung und Anwendung mobiler Fingerabdruckscans eine internationale Vorreiterrolle", so Karner.
Die Technologie wurde vom Bundeskriminalamt gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) und weiteren Forschungspartnern entwickelt. Finanziert wurde die Entwicklung im Rahmen eines KIRAS-Sicherheitsforschungsprojekts.
Bei den Kontrollen werden die Fingerabdrücke mit bestehenden Registern abgeglichen. Darin sind unter bestimmten Voraussetzungen etwa Fingerabdrücke von Straftätern, Fremden und Asylwerbern gespeichert. Künftig soll die Technologie noch deutlich mehr Möglichkeiten bieten. Ab 2027 ist eine Anbindung an europäische biometrische Systeme geplant.
Damit könnte die österreichische Polizei künftig auf einen Datenbestand von bis zu 400 Millionen Personen zugreifen. Das soll auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Fahndung stärken.