Sie suchte Schutz vor dem Krieg, wollte ihren beiden Töchtern ein Leben in Sicherheit ermöglichen. Doch für die Ukrainerin Anna (35) endete die Flucht nach Österreich tragisch.
Anfang Oktober wurde die zweifache Mutter tot in einem Stiegenhaus in Wien-Landstraße gefunden. Die Obduktion brachte schließlich Gewissheit: Die Frau wurde Opfer eines Gewaltverbrechens.
Unter Mordverdacht steht ihr Freund aus Rumänien. Er wurde festgenommen. Zurück bleiben zwei Mädchen im Alter von sieben und 13 Jahren – über den Fall berichtet die "Kronen Zeitung".
Annas Geschichte in Österreich begann im Frühjahr 2022. Wenige Wochen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine verließ sie mit ihren beiden Töchtern ihre Heimat und suchte Zuflucht in Österreich, berichtet die Tageszeitung.
Im Bezirk Tulln in Niederösterreich kam sie laut dem Bericht der Tageszeitung in einem Quartier unter, in dem rund 30 Frauen aus der Ukraine lebten. Viele von ihnen waren ebenfalls alleinerziehende Mütter.
Auch Annas zwei Schwestern fanden dort ein neues Zuhause. Die Familie hatte damit zumindest vorerst einen sicheren Ort gefunden. Doch die Erlebnisse des Krieges ließen Anna laut einem Wegbegleiter nicht mehr los.
In den folgenden Jahren fand die 35-Jährige offenbar nur schwer Halt. Sie hatte keinen Job, ihre Beziehungen hielten nicht lange. Schließlich kam sie in einem Frauenhaus unter, heißt es in dem Bericht weiter.
Ein Bekannter beschreibt in der "Kronen Zeitung", wie sich ihre Lebenssituation zunehmend verschlechterte: "Dann ging es noch weiter bergab und letztlich wurden ihr die beiden Töchter – mittlerweile sieben und 13 Jahre alt – auch noch vom Jugendamt abgenommen."
Auch äußerlich soll es Hinweise darauf gegeben haben, dass Anna Gewalt erlebt hatte. Laut dem Wegbegleiter sei sie wiederholt mit blauen Flecken und Blutergüssen gesehen worden. Woher diese Verletzungen stammten, ist nicht geklärt.
Zuletzt soll die Ukrainerin in Wien ohne aufrechte Meldung gelebt haben. Offenbar hatte sie auch keine feste Unterkunft mehr.
Anfang Oktober folgte die schreckliche Nachricht: In einem Stiegenhaus in Wien-Landstraße wurde eine tote Frau entdeckt.
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
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Zunächst waren die genauen Todesumstände unklar. Erst die gerichtsmedizinische Untersuchung zeigte, dass die Frau durch stumpfe Gewalteinwirkung gegen den Oberkörper und den Kopf ums Leben gekommen war.
Die Ermittler gingen daraufhin von einem Mord aus. Der rumänische Freund der Frau hatte sich am Tatort aufgehalten. Er geriet unter Verdacht und wurde festgenommen. Bei dem Opfer handelte es sich um Anna, die vier Jahre zuvor mit ihren Kindern vor dem Krieg nach Österreich geflüchtet war, schreibt die "Krone".
Besonders tragisch ist das Schicksal ihrer beiden Töchter. Die sieben und 13 Jahre alten Mädchen sind derzeit in einem Heim untergebracht.
Eine von Annas Schwestern kümmert sich laut einem Bekannten nun um die Kinder. "Es ist wirklich tragisch. Um die Mädchen kümmert sich jetzt eine Schwester um", erzählt der Wegbegleiter der "Krone".
Anna hatte Österreich einst als Zufluchtsort für sich und ihre Töchter gewählt. Nun müssen die beiden Mädchen ohne ihre Mutter weiterleben.
Für den Tatverdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.