"Heute": Hätten Sie sich vor 20 Jahren träumen lassen, einmal Bürgermeister von Linz zu sein?
Dietmar Prammer: Nein, das hätte ich mir wohl nicht träumen lassen. Politik und die Entwicklung unserer Stadt waren mir aber schon damals wichtige Anliegen. Dass ich als Bürgermeister mitgestalten darf, ist für mich eine große Ehre und Verantwortung.
Dietmar Prammer, erst vor Kurzem 52 geworden, wurde von jungen Jahren an in der SPÖ sozialisiert: Der studierte Jurist und Werbegrafiker war einst politischer Sekretär der Sozialistischen Jugend Linz und Geschäftsführer der Initiative Kritischer Student*innen.
In die Stadtregierung kam Prammer erst Anfang 2021, schon vier Jahre später wurde er Bürgermeister. Der Grund für den überraschenden Aufstieg: Sein Vorgänger, Klaus Luger, stolperte über eine veritable Polit-Affäre.
Entspannung findet Didi, wie ihn seine Freunde nennen, beim Filmeschauen, Kochen und Wandern. Mit seiner Lebensgefährtin Anna, die er auf Tinder kennengelernt hat, reist er gerne. Zuletzt verschlug es die beiden nach Japan.
"Heute": Welche Schlagzeile unserer Zeitung werden Sie wohl nie vergessen?
Dietmar Prammer: Besonders in Erinnerung bleiben mir die Schlagzeilen zur Wahl zum Bürgermeister. Diesen Moment vergisst man nicht, vor allem, weil dahinter das Vertrauen vieler Linzerinnen und Linzer steht.
"Heute": Wo hat Linz in den vergangenen zwei Jahrzehnten echte Benchmarks gesetzt?
Dietmar Prammer: Linz hat gezeigt, wie sich eine starke Industriestadt zu einer modernen, innovativen und lebenswerten Stadt weiterentwickeln kann. Besonders bei Industrie und Technologie, in der Kultur sowie im sozialen und gemeinnützigen Wohnbau wurden Maßstäbe gesetzt.
"Heute": Und wo hat die Stadt noch Nachholbedarf?
Dietmar Prammer: Linz muss seine hohe Lebensqualität noch stärker spürbar machen. Dazu gehören attraktive öffentliche Räume, lebendige Stadtteilzentren und gute Angebote für Familien, Jugendliche und ältere Menschen. Gleichzeitig gilt es, ausreichend leistbaren Wohnraum zu schaffen und dafür zu sorgen, dass Linz auch in Zukunft eine Stadt bleibt, in der sozialer Zusammenhalt gelebt wird.
„Linz muss seine hohe Lebensqualität noch stärker spürbar machen.“Dietmar Prammer (SPÖ)Linzer Bürgermeister
"Heute": Was machen Sie im Jahr 2046?
Dietmar Prammer: Dann bin ich 72 Jahre alt und hoffentlich gesund, neugierig und noch immer eng mit Linz verbunden. Vielleicht kann ich erzählen, welche Entscheidungen dazu beigetragen haben, dass Linz auch für die junge Generation eine lebenswerte Stadt ist.