Camping statt Hotel? Für viele Familien galt der Urlaub mit Wohnwagen oder Camper lange als günstige Alternative. Doch damit ist es vielerorts vorbei: Neue Zahlen zeigen massive Preissteigerungen auf Europas Campingplätzen. Besonders tief greifen Urlauber in Kroatien in die Tasche – und in Norwegen haben sich die Kosten fast verdoppelt.
Wer an der Adria campen will, zahlt kräftig drauf. Laut aktueller Auswertung des Campingspezialisten ACSI kostet eine Nacht auf kroatischen Campingplätzen für Familien im Schnitt satte 78,28 Euro – so viel wie nirgends sonst in Europa.
Dahinter folgen die Schweiz mit 61,33 Euro, Slowenien (60,14 Euro) und Italien (58,86 Euro). Kroatien hat sich damit endgültig vom einst günstigen Ferienziel zum Premium-Urlaubsland entwickelt.
Ein Grund: Viele Plätze setzen längst auf Luxus statt Lagerfeuer-Romantik. Aus einfachen Stellflächen wurden vielerorts regelrechte Ferienanlagen. Pools, Wasserparks, gehobene Gastronomie und sogar private Poolbereiche treiben die Preise kräftig nach oben.
Kroatien ist jedoch kein Einzelfall: Laut ACSI sind Campingpreise in Europa seit 2020 im Schnitt um knapp 25 Prozent gestiegen. Besonders drastisch fiel der Anstieg in Norwegen aus – dort haben sich die Kosten beinahe verdoppelt. Kostete eine Campingnacht 2020 im Schnitt noch 27,74 Euro, sind es inzwischen 53,82 Euro.
Eine Ausnahme gibt es allerdings: Die Türkei wurde als einziges Land günstiger. Mit durchschnittlich nur 13,57 Euro pro Nacht bleibt sie Europas billigstes Campingziel.
Ganz verloren ist der günstige Campingurlaub trotzdem nicht. Wer außerhalb der Hauptsaison verreist, spart oft kräftig. Laut Experten liegen die Preise in der Nebensaison europaweit im Schnitt fast 30 Prozent niedriger.
Besonders groß ist das Sparpotenzial in Kroatien: Dort kann Urlaub außerhalb der Hochsaison die Kosten um mehr als die Hälfte drücken. Auch ein Blick ins Landesinnere zahlt sich aus – Stellplätze abseits der Küste sind oft deutlich billiger.