Einschlafen mit Blick aufs Meer, dazu Sternenhimmel und Meeresrauschen. Genau daraus macht das Netz jetzt einen Hype – doch Kreuzfahrt-Reedereien schlagen Alarm.
Auf TikTok und Instagram häufen sich Videos, in denen Passagiere kurzerhand ihre Matratzen aus der Kabine auf den Balkon schleppen. Decke drauf, Kissen dazu – fertig ist das Freiluft-Schlafzimmer mitten auf See. Hunderttausende feiern den Trend. Die Reedereien allerdings gar nicht.
Besonders deutlich wird Carnival Cruise Line. Markenbotschafter John Heald bezeichnete den Trend auf Facebook als "absolut verrückt". Vor allem das millionenfach geklickte Video, das den Trend wohl losgetreten hat, sei zwar nicht auf einem Carnival-Schiff entstanden – trotzdem hoffe man, dass Gäste so etwas nie nachmachen.
Mit Humor warnte Heald sogar vor Konsequenzen: Wer erwischt werde, müsse den Rest des Urlaubs als Kabinensteward arbeiten – Betten machen inklusive.
Sein Tipp stattdessen: Wer frische Seeluft beim Schlafen genießen will, könne einfach die Balkontür offenlassen.
Doch warum reagieren die Reedereien so empfindlich? Laut Reiseexperten geht es vor allem um Sicherheit. Eine Matratze am Balkon könne Wege blockieren oder zur Stolperfalle werden – besonders nachts auf schwankendem Untergrund. Die Sorge: Im Ernstfall könnte jemand stürzen und sich verletzen.
Neben dem Sicherheitsaspekt gibt es einen weiteren Haken: die Meeresluft. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit würden Matratzen, Bettzeug und Polster rasch feucht werden. Für das Reinigungspersonal bedeutet das oft Extra-Arbeit – im schlimmsten Fall muss alles getauscht werden.
Ein ausdrückliches Verbot fürs Balkon-Schlafen findet sich bei vielen Reedereien zwar nicht. Dennoch setzen Anbieter wie Aida lieber auf sichere Alternativen: In Balkonkabinen stehen oft Hängematten bereit – für Meeresrauschen inklusive, aber ohne Risiko.