Im Moment halten sie noch ihren Winterschlaf, aber schon bald werden die sogenannten "Bilche" oder "Schlafmäuse" wieder in unseren Wäldern und in der Nähe der Menschen unterwegs sein. Das erklärt Thomas Schmarda, der Projektkoordinator und Geschäftsführer vom Naturpark Ötztal. Besonders der Baumschläfer, aber auch andere Bilch-Arten, stehen im Mittelpunkt vom INTERREG-Projekt "Der Baumschläfer und Co in der Terra Raetica" und werden im Zuge dessen anständig unter die Lupe genommen.
„Die spärlichen Kenntnisse können durch das laufende Projekt maßgeblich verbessert werden.“Thomas SchmardaProjektkoordinator und Geschäftsführer vom Naturpark Ötztal
Forscher schauen sich an, was die kleinen, scheuen Tiere fressen, wo sie leben und wie viele es von ihnen gibt. Die Untersuchungen finden in den Naturparken Ötztal und Kaunertal, im Nationalpark Stilfser Joch und im Biosphärenpark Engadina-Val Müstair statt. In Nordtirol werden am Winkelberg in Längenfeld und im Piburger Wald Daten gesammelt. Zusätzlich erforscht ein Ökologiestudent der Uni Innsbruck weitere Plätze in Umhausen und Sölden.
Schmarda arbeitet dabei eng mit Christine und Stefan Resch vom Institut für Wildtierbiologie und der Südtiroler Kleinsäuger-Expertin Eva Ladurner zusammen. Sie wollen mit dem Projekt bisherige Wissenslücken schließen. Der Baumschläfer ist schwer zu beobachten, über seine Verbreitung weiß man noch wenig. Das Projekt läuft noch bis April 2027.
Die Schweizer Kleinsäugerexpertin Regula Tester hebt hervor, wie wichtig die Bilche als Regulatoren im Wald sind. Arten wie der Gartenschläfer helfen, Insektenpopulationen im Zaum zu halten. Die Haselmaus kommt sogar mit wenig Futter zurecht. Die Projektpartner betonen, wie wichtig es ist, das Bewusstsein für die Bilche und ihre Rolle im Ökosystem zu stärken. Sie tragen mit ihrer Lebensweise zur Vielfalt und Stabilität im Wald bei.
Neben der Forschung wird gerade eine Wanderausstellung vorbereitet. Die startet am 19. Juni 2026 im Naturpark Ötztal. In acht interaktiven Themenstationen wird multimedial gezeigt, was die Bilche besonders macht und warum sie Schutz brauchen. Im September geht die Ausstellung dann auf Tour durch Italien und die Schweiz.