Nach tagelanger Ungewissheit gibt es in der Causa um die Ultras Rapid eine neue Spur. In einer einschlägigen und reichweitenstarken internationalen Ultra-Gruppe wird behauptet, dass die in Venedig gestohlenen Transparente wieder im Besitz der Rapid-Fans seien.
Eine Bestätigung der Ultras Rapid gibt es dafür zumindest indirekt. Das ursprüngliche Statement, in dem von einer unsicheren Zukunft die Rede war, ist weg. Stattdessen ist das Logo zurück.
Der neuen Darstellung zufolge sollen zwei gewöhnliche Kriminelle das Auto aufgebrochen und dessen Inhalt gestohlen haben. Ultras der befreundeten Venezia Mestre hätten die mutmaßlichen Täter anschließend ausfindig gemacht und das gestohlene Material zurückgeholt. Der Test stand im Zeichen der gemeinsamen Fan-Freundschaft der beiden Klubs.
Damit könnte der spektakuläre "Fetzn"-Krimi eine völlig andere Wendung nehmen. Nach dem Testspiel von Rapid bei Venezia waren aus einem aufgebrochenen Auto der sogenannte "Besuchsfetzn" der Ultras Rapid sowie ein gemeinsamer Jubiläums-"Fetzn" mit den befreundeten Gate 13 von Panathinaikos verschwunden. Zunächst war völlig unklar, ob ein gewöhnlicher Diebstahl oder eine gezielte Aktion aus der Ultra-Szene dahintersteckte.
Der Verlust hatte innerhalb der Fanszene heftige Diskussionen ausgelöst. Fahnen und Transparente besitzen in der Ultra-Kultur einen enormen symbolischen Wert. In der Vergangenheit lösten sich Fangruppen nach dem Verlust ihrer zentralen Gruppenfahne sogar auf. Bei Rapid handelte es sich allerdings nicht um den zentralen Haupt-"Fetzn". Zudem sollen die Transparente aus einem abgestellten Auto gestohlen und nicht bei einer direkten Auseinandersetzung erbeutet worden sein.
Welche Auswirkungen eine tatsächliche Rückgabe auf die Zukunft der Ultras Rapid hätte, ist offen. Das Löschen des ursprünglichen Statements und die Rückkehr des Logos auf der Homepage sind wohl als deutliche Hinweise auf ein fortbestehen des Fanclubs sein. Ob das Ansehen innerhalb der Szene und der eigenen Kurve Schaden genommen hat, steht ohnehin auf einem eigenen Papier.
Die Ultras hatten am Sonntag noch erklärt, weder die Verantwortlichen für den Einbruch zu kennen noch zu wissen, "wie unser Weg in Zukunft aussehen wird". Von möglichen "erheblichen Folgen" war die Rede. Genau deshalb wurde zuletzt sogar über eine mögliche Auflösung der 1988 gegründeten Gruppierung spekuliert.