Kurz vor Sonnenaufgang

Raketen-Hagel aus dem Nichts – 72 Goldsucher tot

Eine Menschenrechtsgruppe meldet mindestens 72 getötete Goldsucher im Sudan. Die Opferzahl ist vorläufig. Wer die Angriffe flog, bleibt offen.
Newsdesk Heute
12.10.2026, 08:46
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Sie suchten nach Gold, als ihre Camps aus der Luft angegriffen wurden: Im sudanesischen Grenzgebiet zu Ägypten sollen am Samstag mindestens 72 Zivilisten getötet worden sein. Die Menschenrechtsgruppe Emergency Lawyers meldet Angriffe auf Goldsucher im Bundesstaat Nahr an-Nil.

Wie die BBC berichtet, bezeichnet die in Khartum ansässige Gruppe ihre Opferzahl als vorläufig. Die Zahl der Toten könnte noch steigen. Wer die Angriffe ausführte, ist bislang nicht bestätigt. Weder die ägyptische Regierung noch die sudanesischen De-facto-Behörden äußerten sich zunächst dazu.

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Raketen sollen Camps und Gruben getroffen haben

Die Zeitung "Sudan Tribune" berichtet unter Berufung auf Augenzeugen, dass die Angriffe gegen 6 Uhr Ortszeit begonnen hätten. Flugzeuge sollen mehr als fünf Raketen direkt auf die Camps abgefeuert haben.

Dabei seien Unterkünfte und Grabungsgruben zerstört worden, in denen sich noch Menschen befunden hätten. Ein Überlebender berichtete der Zeitung von zahlreichen Verletzten. Die tatsächliche Zahl der Todesopfer könnte demnach deutlich über den bisher gemeldeten 72 liegen.

Menschenrechtsgruppe warnt vor Kriegsverbrechen

Emergency Lawyers verurteilt die Angriffe scharf: "Die gezielte Bekämpfung unbewaffneter Zivilisten verletzt das humanitäre Völkerrecht und das Recht auf Leben."

Die Gruppe erklärt weiter: "Diese Taten könnten Kriegsverbrechen darstellen." Eine unabhängige Untersuchung oder gerichtliche Bewertung der aktuellen Angriffe liegt in dem Bericht nicht vor.

Schon im Juni gab es schwere Vorwürfe

Ägypten war bereits zuvor beschuldigt worden, tödliche Angriffe auf Goldsucher im Grenzgebiet verübt zu haben. Im Juni berichtete die "Sudan Tribune" über Vorwürfe, ägyptische Kräfte hätten dort Abbaustätten mit Drohnen und Artillerie angegriffen.

Wenige Tage später kündigte Ägyptens Grenzbehörde gemeinsam mit dem Militär eine umfassende Sicherheitsaktion an. Sie sollte illegale Migration, Drogenschmuggel und unerlaubten Goldabbau unterbinden. Sudans De-facto-Staatschef kündigte damals eine Untersuchung der mutmaßlichen Angriffe an.

Gold sorgt für Spannungen an der Grenze

Der Bürgerkrieg im Sudan hat den Goldabbau mit einfachen Werkzeugen stark anwachsen lassen, besonders in abgelegenen Grenzregionen. Häufig arbeiten die Menschen ohne offizielle Genehmigung und unter gefährlichen Bedingungen.

Die goldreichen Gebiete liegen teilweise entlang schwer kontrollierbarer Schmuggelrouten. Geschmuggeltes Gold könnte auch bewaffneten Gruppen Einnahmen verschaffen. Ägyptens Grenzbehörde erklärte im Juni, 86 Tonnen Golderz sowie Ausrüstung von Goldsuchern beschlagnahmt zu haben.

red,12.10.2026, 08:46