Wiener Schule vor Problemen

Ramadan – Kind im Turnunterricht zusammengebrochen

Mit dem Ramadan stehen Wiens Schulen vor wachsenden Herausforderungen: Immer mehr Kinder verzichten freiwillig auf Essen und Trinken.
Wien Heute
22.02.2026, 15:55
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Mitten im Sportunterricht einer Wiener Mittelschule passiert es: Ein Schüler bricht plötzlich zusammen. Kreislaufkollaps. Der Grund? Er hatte – wie viele andere – gefastet. Der Vorfall ist für eine Wiener Schulleitung nur ein Beispiel dafür, wie sehr der Ramadan inzwischen den Schulalltag verändert.

Mit dem Beginn des Fastenmonats stehen Wiens Schulen vor organisatorischen und pädagogischen Herausforderungen. Die Fachkraft aus der Bundeshauptstadt berichtet von einer "zunehmenden Dynamik in den vergangenen Jahren".

Fasten wird zum Schulalltag

Im Islam gilt das Fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang als religiöse Pflicht. Kinder sind davon eigentlich ausgenommen. Doch im Klassenzimmer zeigt sich laut Schulleitung ein anderes Bild: Viele Schülerinnen und Schüler wollten mitziehen, orientierten sich an älteren Jugendlichen oder Vorbildern – und verzichteten ebenfalls auf Essen und Trinken.

An der betroffenen Mittelschule stammt ein Großteil der Kinder aus muslimischen Familien. Zwar wird der Ramadan im Religionsunterricht thematisiert, doch nicht alle nehmen daran teil. Der pädagogische Spielraum sei daher begrenzt.

Kein Wasser, kein Essen – trotz Angebot

Besonders auffällig: Selbst bei schulischen Angeboten wie einer gesunden Jause oder im Kochunterricht lehnen fastende Kinder derzeit Speisen und Getränke häufig ab. "Kinder verweigern Essen und Wasser", schildert die Schulleitung. Im Unterricht seien die Folgen spürbar. Manche wirken müde, gereizt oder unkonzentriert. Der Kreislaufzusammenbruch im Turnsaal sei im vergangenen Jahr ein dramatischer Höhepunkt gewesen, so die Schulleitung.

Social Media befeuert den Trend

Als zusätzlichen Faktor nennt die Schulleitung Soziale Medien. Dort kursieren zahlreiche Videos von religiösen Influencern, die auch junge Menschen zum Mitmachen animieren. Der Druck wachse – nicht nur von außen, sondern auch innerhalb der Klassen. "Teilweise entwickelt sich ein Wettbewerb, wer länger durchhält", berichtet die Fachkraft.

Die Schule setzt auf Aufklärung und Dialog. Es gebe Gespräche mit Kindern und Eltern, Alternativen würden aufgezeigt. Doch die Situation bleibe herausfordernd. Sprachliche Hürden erschwerten oft die Kommunikation mit den Familien.

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