Nur zwei Monate Strafhaft – jetzt sind zwei Mitglieder des Schamanen-Clans bereits in Freiheit. Während Haupt-Schamanin Mariana M. alias "Amela" weiter flüchtig ist, befinden sich zwei verurteilte Komplizen der mutmaßlichen Millionen-Betrügerin schon wieder auf freiem Fuß.
Der Sohn (30) der international gesuchten Verdächtigen und ihr Ex-Mann (47) haben das Gefängnis laut Heute" -Infos bereits Anfang Februar bzw. am 18. Februar verlassen. Einzig Co-Schamanin "Anna" (30) – sie fasste als Täterin beim Prozess im Dezember vier Jahre unbedingte Haft aus – sitzt weiterhin hinter Gittern.
Die beiden Männer waren im vergangenen Dezember wegen Beitragstäterschaft zu jeweils drei Jahren teilbedingter Haft verurteilt worden, ein Jahr davon unbedingt. Doch die seit Februar 2025 verbüßte U-Haft wurde den beiden Männern – wie durchaus üblich – bereits angerechnet.
Damit war der feste Teil der Strafe für beide mit Mittwoch bereits abgesessen. Die Freilassung auf Bewährung ist der ganz normale Vorgang der Justiz. Dennoch müssen die beiden künftig besonders auf der Hut sein und dürfen sich nichts zuschulden kommen lassen – bei Verstößen gegen die Bewährungsauflagen etwa oder neuen Straftaten können sie den Rest der Strafe ebenfalls noch hinter Gittern absitzen müssen.
Zurück in ihrer Luxusvilla beschäftigen sich die Besitzer mehrerer Firmen und Immobilien im In- und Ausland und einem beeindruckenden Fuhrpark an hochpreisigen und seltenen Oldtimern ohnehin primär mit der Rückforderung weiterer Vermögenswerte. Zwar hatte ihnen die Justiz wertvolle Oldtimer in mehreren Garagen, teure Uhren und Luxus-Immobilien nie weggenommen. Zuletzt bekamen sie sogar ihre vorübergehend eingefrorenen und üppig gefüllten Geschäfts- und Privatkonten zurück.
Dennoch sollen die von ihnen engagierten Star-Anwälte Philipp Wolm, Nikolaus Rast, Michael Babic und Alexander Prenner nun vor den Verfassungsgerichtshof ziehen und mit einer sogenannten Normprüfungskontrolle erreichen, dass auch auf sichergestellten Schmuck, der keinem der Opfer zugeordnet werden konnte, zurückbekommen. Ein emotionales Thema: Wir erinnern uns, wie Familienoberhaupt Dejan M. bei der Verkündigung des Verfalls beschlagnahmter Vermögensteile im Gerichtssaal laut aufjaulend in Tränen ausbrach.
Bei zwei Razzien hatten Ermittler Schmuck und Bargeld im Wert von rund zehn Millionen Euro sichergestellt. Beim Prozess erhielten die Opfer aber nur rund 1,8 Millionen Euro zugesprochen. Während die Haupt-Schamanin weiter untergetaucht ist, wollen ihre Familien-Mitglieder nun weitere Millionen scheffeln – allerdings auf ganz legalem Weg.