Ramadan in Wiener Schule

"Es herrscht Gruppenzwang" – Schon Volksschüler fasten

Fastenmonat Ramadan: Eine Lehrerin beschreibt, dass im Vorjahr in ihrer Klasse ein Drittel aller Schüler (damals 7 Jahre alt) gefastet haben.
Wien Heute
21.02.2026, 19:53
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Diese Geschichte sorgte für Aufruhr: "Kinder kippen reihenweise um" – Ramadan in Schulen. Mit der christlichen Fastenzeit begann auch der muslimische Fastenmonat – von Sonnenaufgang bis zu ihrem Untergang sollte nichts gegessen, nichts getrunken werden. In vielen Schulen wird es zum Problem. Laut Elternvertreterin werden immer mehr Kinder ohnmächtig im Unterricht.

Eigentlich sind Kinder ausgenommen vom Fasten, doch es gibt sogar Volksschüler, die in diesem Monat keine Nahrung zu sich nehmen. "Heute" hat in einer Wiener Volksschule recherchiert, die als Brennpunktschule gilt.

Die Pädagogin, mit der wir sprechen, leitet gerade eine dritte Klasse, die Kinder sollten etwa acht Jahre alt sein, doch einige sind bereits in der Volksschule zweimal durchgefallen, sind also schon elf oder zwölf Jahre alt. "Gerade heute hatten wir Probleme", sagt die 24-Jährige, "einige Kinder hatten schlimme Bauch und Kopfschmerzen, weil sie fasten."

Das müssten sie nicht, das wissen sie, auch die Religionslehrerin hat es ihnen erklärt, "aber das ist ihnen egal." Die Kinder sind müde, schlapp, sie haben Schmerzen und sind nicht konzentriert, "Turnen geht in diesem Monat gar nicht – die haben keine Kraft."

"Ab der dritten Stunde kann man den Unterricht vergessen"

Was ändert sich derzeit im Unterricht? "Da muss ich viel anders machen. Ich lasse sie jetzt häufig alleine lernen, Frontalunterricht geht gar nicht, die nehmen zu wenig auf." Im Vorjahr – damals waren die Kinder sieben Jahre alt – haben zunächst fünf von 16 muslimischen Kindern in der Klasse gefastet: "Die, die nicht mitgemacht haben, wurden von ihren Kollegen runtergemacht – schließlich waren es acht, die nichts gegessen haben." Ab der dritten Stunde kann man den Unterricht vergessen, beschreibt die Lehrerin ihre aktuelle Klassen-Realität, die Kinder sind zu fertig.

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"Es regiert der Gruppenzwang, sie werden gemobbt, wenn sie nicht fasten. Ein Bub hat seine Jause ausgepackt, die anderen Burschen haben Druck auf ihn ausgeübt – am nächsten Tag hat auch er mitgemacht", beschreibt die Pädagogin.

Noch ein Nebeneffekt: Die Kinder werden nervös, es entstehen Konflikte, "in der Pause wird viel gestritten, die Kinder sind stark gereizt."

Im Informationsblatt der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (wird vom Bildungsministerium an Schulen verteilt) steht: "Jedes Kind ist anders in seinem Entwicklungsprozess und körperliche wie auch gesundheitliche Aspekte sind individuell verschieden. Wenn ein Kind fasten will, so soll es fasten. Das Kind entscheidet dann, gemeinsam mit den Eltern, ob es körperlich und geistig bereit dafür ist zu fasten."

{title && {title} } red, {title && {title} } 21.02.2026, 19:53
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