Stöger hatte Grün-Weiß erst im Sommer übernommen. Fünf Monate oder 27 Spiele später ist schon wieder Schluss. Nachdem Grün-Weiß zuletzt mit 1:2 gegen Bundesliga-Schlusslicht GAK und am Donnerstag auch den vierten Auftritt in der Conference League gegen Polens Vizemeister Rakow Czestochowa (1:4) verloren hatte.
Vorerst springt wieder der bisherige "Co"-Trainer Stefan Kulovits in die Bresche, nachdem Stöger und Co-Trainer Thomas Sageder entlassen worden waren. Kulovits hatte schon nach der Trennung von Ex-Coach Robert Klauß im Frühjahr interimistisch übernommen. Diese Rolle wird Kulovits nun wieder zuteil. Womöglich bis zur Winterpause. Es stehen schließlich lediglich drei Bundesligarunden und zwei nahezu bedeutungslose internationale Auftritte auf dem Programm.
"Nun muss der volle Fokus auf die letzten Spiele des Jahres gelegt werden, parallel sondieren wir selbstverständlich den Markt nach geeigneten Persönlichkeiten für die Position des Cheftrainers", erklärte Rapids Sport-Geschäftsführer Markus Katzer und betonte, keine "Schnellschüsse" machen zu wollen.
In sozialen Netzwerken und Foren haben derweil die Spekulationen bereits begonnen. Wer soll der nächste Rapid-Trainer werden? Diese Frage spaltet das grün-weiße Lager. Ein großer Teil ist der Meinung, Kulovits solle seine Chance bekommen und zur Dauerlösung werden. Andere lehnen den 42-Jährigen als Cheftrainer der Grün-Weißen ab.
Doch neben dem nunmehrigen Interimstrainer gibt es eine Reihe an Kandidaten, die infrage kommen würden. Allen voran Markus Schopp. Der Ex-Fußballer ist seit seiner LASK-Freistellung vereinslos. Schopp ist für seine Spielweise mit viel Ballbesitz bekannt.
Seit kurzem wieder auf dem Markt ist der letzte Rapid-Meistertrainer Peter Pacult. Der 66-Jährige hatte nach nur fünf Spielen an der Wolfsberger Seitenlinie wieder gehen müssen. Rapid noch einmal zu trainieren, wäre für den Wiener wohl nahezu eine Herzensangelegenheit. Selbiges gilt wohl für Andreas Herzog. Der 57-Jährige war in der Saison 2021/22 Admira-Trainer, stieg mit den Südstädtern ab. Von März 2023 bis Februar 2024 war Herzog an der Seite von Jürgen Klinsmann als Co-Trainer der südkoreanischen Nationalmannschaft tätig.
Zwei heimische Trainer werden derweil immer wieder in Foren genannt: Admira-Coach Thomas Silberberger, langjähriger Erfolgstrainer der WSG Tirol, und dessen Nachfolger Philipp Semlic, der mit den Tirolern aktuell für Furore sorgt. Schon öfter mit Rapid in Verbindung gebracht wurde der Schweizer Urs Fischer, lange Jahre Union-Berlin-Trainer und seit November 2023 vereinslos. In Foren liest man häufig den Namen Albert Riera, spanischer Erfolgstrainer des slowenischen Klubs NK Celje. Einige wünschen sich auch den weiterhin vereinslosen Robert Klauß zurück.
Unwahrscheinlich scheint derweil das Comeback von Didi Kühbauer in Wien-Hütteldorf zu sein. Der war erst Mitte Oktober von Wolfsberg zum LASK gewechselt und ist am Sonntag Rapid-Gegner. Ebenso wohl kein Thema, weil eine Nummer zu groß dürften die ebenso vereinslosen Adi Hütter, Ralph Hasenhüttl, Marco Rose oder Edin Terzic sein.