Rapids Start in das neue Fußball-Jahr verlief katastrophal. Die 0:3-Blamage im Viertelfinale des ÖFB-Cups in Ried war das zehnte Spiel in Folge ohne Sieg. Zu Buche stehen in diesem Zeitraum sieben Niederlagen und drei Remis – beschämend. In der Meisterschaft droht als aktuell Siebenter das erneute Verpassen der Meistergruppe.
Klub-Legende Stephan Marasek – Meister, Cupsieger und im Europacupfinale mit Rapid – rechnet mit Geschäftsführer Markus Katzer ab. "Für seine Transferpolitik gibt es von mir die Rote Karte. Viele Spieler wissen gar nicht, was es heißt, für diesen Klub zu spielen, es fehlt die Identifikation", sagt er im Fußball-Podcast "Gelb-Rot" von Frenkie Schinkels.
Die Möglichkeiten für den neuen Trainer Johannes Hoff Thorup sieht er in dessen erst vierwöchiger Amtszeit beschränkt. "Du brauchst auch das Spielermaterial dazu. Aus Eseln kannst du keine Rennpferde machen. Natürlich kann es kurzfristig nach einem Trainerwechsel durch die Umstellung und Euphorie besser werden, aber die Spieler werden dadurch keine besseren Fußballer."
Den Systemwechsel des Trainers und die damit verbundenen Startschwierigkeiten von Rapid sieht Marasek ebenfalls kritisch. "Wenn ich als Trainer zu einer Kampfmannschaft komme, muss ich schauen, welche Spieler mir zur Verfügung stehen, danach muss ich mich dann richten – nicht die Spieler nach der gewünschten Spielanlage."
Spiele live im Allianz Stadion schaut sich der ehemalige Teamspieler nicht mehr an. "Das kann ich nicht, ich könnte nicht meine Emotionen zurückhalten. Wenn ich dort manche Herrschaften sehe, wie sie sich verstecken, hinter dem Klub, hinter den Fans, wie sie keine Entscheidungen treffen wollen, dann würde ich wahrscheinlich zu streiten beginnen – und das will ich nicht."
Konkret meint Marasek Rapid-Geschäftsführer Steffen Hofmann. "Er war ein großartiger Fußballer, aber er ist kein Sportvorstand, hat dafür zu wenig Persönlichkeit. Mit dieser Aussage werde ich mir vielleicht bei manchen Leuten in Hütteldorf keine Freunde machen, aber das ist meine Meinung."
Im Gespräch mit "Heute" hat bereits Klub-Legende Kurt Garger den Finger in diese Wunde gelegt. "Auch Steffen Hofmann wäre jetzt gefordert, müsste mit der Faust auf den Tisch hauen. Wer bei Rapid etwas ändern will und kann, darf sich jetzt nicht mehr wegducken, muss im Sinne des Klubs handeln, nicht aus Eigeninteresse“, meinte er.
Auch Katzer bekam sein Fett ab. "Seine Transferpolitik ist nicht rapid-würdig. Er macht in zwei Jahren 25 bis 30 Einkäufe, da sind dann drei, vier Treffer dabei. Aber der Rest? Es besteht kein Grund, ihn zu glorifizieren. Salzburg will ihn haben? Dann sollte man ihn ziehen lassen. 20 Legionäre zu holen, ist keine Philosophie. Die bleiben ein Jahr, wissen gar nicht, was Rapid ist. Und nächste Saison sind wieder 20 Neue da."
Zum Auftakt der Bundesliga-Frühjahrssaison geht es am Samstag gegen Hartberg.