Statt Jubiläumsstimmung herrscht bei "Mein Lokal, Dein Lokal" plötzlich Krisenmodus.
In dieser Woche sollte die beliebte Kabel-Eins-Sendung einen gewaltigen Meilenstein feiern: 2.000 Folgen. Dafür treten fünf Berliner Lokale gegeneinander an und wollen TV-Koch Mike Süsser und die Konkurrenz von sich überzeugen.
Doch die geplante Jubiläumswoche wird nun gar nicht erst ausgestrahlt.
Der Grund sind Aussagen eines Mitinhabers eines teilnehmenden Restaurants, die vor der Ausstrahlung öffentlich bekannt wurden. Auf seinem privaten Facebook-Profil soll der Gastronom unter anderem mit antisemitischen und antimuslimischen Kommentaren aufgefallen sein.
Screenshots der Beiträge verbreiteten sich im Netz – und sorgten schließlich auch beim Sender für Konsequenzen.
Kabel Eins reagiert deutlich auf die Vorwürfe.
"Wir sind von den Aussagen des Mitinhabers eines Restaurants sehr entsetzt", erklärt der Sender. Man distanziere sich ausdrücklich von "rassistischen, antisemitischen und menschenverachtenden Aussagen".
Die Konsequenz fällt drastisch aus: Keine einzige der fünf geplanten Folgen wird ausgestrahlt.
Statt der neuen Berlin-Ausgaben zeigt Kabel Eins in dieser Woche Wiederholungen.
Damit trifft die Entscheidung allerdings nicht nur das betroffene Restaurant. Weil bei "Mein Lokal, Dein Lokal" dieselben fünf Gastronomen während einer Woche gegenseitig ihre Restaurants besuchen und bewerten, verschwinden automatisch auch die Auftritte der vier anderen Lokale aus dem Programm.
Besonders bitter für die übrigen Teilnehmer: Der Mann, dessen Äußerungen den Skandal ausgelöst haben, soll nach Informationen von "Bild" selbst gar nicht an den Dreharbeiten teilgenommen haben.
Für das Restaurant seien stattdessen der Betreiber und der Küchenchef vor der Kamera gestanden.
Das ändert für Kabel Eins jedoch nichts an der Entscheidung. Die gesamte Produktionswoche wird vorerst nicht gezeigt.
Die Facebook-Seite des betreffenden Mitinhabers sowie der Auftritt des Restaurants waren nach Bekanntwerden der Vorwürfe offenbar nicht mehr erreichbar.
Für den Sender kommt der Eklat zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
Ausgerechnet am Montag, dem 29. September, sollte "Mein Lokal, Dein Lokal" seine 2.000. Ausgabe feiern. Die Berliner Woche war entsprechend als Jubiläum geplant.
Statt Champagner und Jubiläumsstimmung gibt es nun alte Folgen.