Der aktuelle Skandal um vergiftete Babynahrung sorgt für große Verunsicherung. Tatsächlich wurde in einem HiPP-Glas Rattengift nachgewiesen. Fieberhaft wird nach weiteren präparierten Gläsern gefahndet.
Die Einnahme von Rattengift (meist Antikoagulanzien) kann vor allem für Kinder dramatische Folgen haben. Die meisten dieser Gifte greifen die Blutgerinnung an. Sie blockieren das wichtige Vitamin K im Körper, das dafür sorgt, dass Blutungen gestoppt werden. Fehlt dieses Vitamin, kommt es zu inneren Blutungen – oft zunächst unbemerkt.
Besonders heimtückisch: Die Wirkung setzt meist verzögert ein. Häufig vergehen 48 Stunden oder sogar mehrere Tage, bis erste Symptome auftreten. Genau das macht die Situation so gefährlich, weil eine Vergiftung anfangs unentdeckt bleiben kann.
Bei Kindern zeigen sich dann oft blaue Flecken, Zahnfleischbluten oder blutiges Erbrechen. Auch blutiger Stuhl, Bauchschmerzen, Schwindel und starke Müdigkeit sind typische Anzeichen. In schweren Fällen drohen Bewusstlosigkeit oder im Extremfall sogar lebensgefährliche Hirnblutungen.
Schon kleine Mengen können für Kleinkinder ein großes Risiko darstellen. Experten warnen deshalb: Bei jedem Verdacht sofort handeln. Wichtig ist, ruhig zu bleiben, das Kind nicht zum Erbrechen zu bringen und umgehend Notruf oder Giftnotruf zu kontaktieren.
Im Spital wird die Blutgerinnung genau überwacht. Als Gegenmittel wird Vitamin K verabreicht, je nach Schweregrad als Saft, Tablette oder Infusion. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Chancen.
Hintergrund der aktuellen Sorge ist ein Erpressungsversuch gegen den Babynahrungshersteller HiPP. Unbekannte fordern zwei Millionen Euro und drohen, vergiftete Gläser in Supermärkten zu platzieren. Tatsächlich wurden bereits manipulierte Produkte entdeckt.