Brisanter Erpressungsverdacht

Rattengift in Babynahrung – nun Suche nach zweitem Glas

Unbekannte haben Rattengift in Babynahrung geschmuggelt. Ein Glas wurde sichergestellt, ein weiteres wird dringend gesucht.
20.04.2026, 05:30
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Der menschenverachtende Erpressungsversuch hält das Land in Atem: Nachdem kurz vor dem Wochenende eine Warnung der Behörden ausgegeben wurde, stand bald fest – die Täter hatten nicht nur gedroht! In einem Supermarkt im Burgenland wurde tatsächlich ein verdächtiges Glas mit HiPP-Babynahrung gekauft. Eine Analyse ergab später: Es war mit Rattengift versetzt. Konkret geht es um ein Gemüseprodukt "Karotte mit Kartoffel" (190 Gramm).

Das manipulierte Glas – es soll durch einen ominösen weißen Aufkleber samt roten Kreis auf der Unterseite gekennzeichnet worden sein – wurde von einem Supermarkt-Kunden in Schützen am Gebirge (Bgld.) zur dortigen Polizei gebracht.

"Wir gehen davon aus, dass zumindest noch ein zweites Glas unterwegs ist", befürchtete Polizeisprecher Helmut Marban am Sonntag. Dieses Glas wird derzeit dringend gesucht, vor dem Verzehr mit Nachdruck gewarnt – es herrsche "Lebensgefahr". Einem Bericht des "Spiegels" zufolge soll auch in Oberösterreich ermittelt werden.

Das ist bisher bekannt: Nach einem Hinweis von deutschen Behörden auf einen gezielten Erpressungsversuch kam der Fall ins Rollen, mittlerweile zieht der unfassbare Skandal internationale Kreise: Auch in Tschechien und der Slowakei wurden in Märkten auffällige Produkte entdeckt, auch dort soll der Gifttest positiv gewesen sein.

Theorie zum Giftkrimi

Momentan die wahrscheinlichste Theorie: Die Täter dürften wohl Geld von dem Hersteller aus Pfaffenhofen (Bayern) verlangt und möglicherweise dabei die vergiftete Charge genannt haben. Durch das interne Vertriebssystem des Herstellers konnten die Gläser schnell nachverfolgt werden, der kriminelle Vorgang wurde im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord angezeigt.

Die deutschen Behörden leiteten den Verdachtsmoment sofort an die ermittelte Auslieferungsregion der betreffenden Tranchen weiter – dazu gehört offenbar das Burgenland, Teile von Tschechien und der Slowakei. In Österreich laufen die Ermittlungen derzeit wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung. "Wir sind noch ganz am Anfang", erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Eisenstadt Petra Bauer zu "Heute". Die für die deutschen Ermittlungen zuständige Staatsanwaltschaft Ingolstadt will sich im Laufe des Montags zur Causa Prima ausführlich äußern.

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