Laut aktuellen Zahlen des AMS waren Ende März im Burgenland 803 Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Laut AMS-Landesgeschäftsführerin Helene Sengstbratl würde es bei vielen Bewerbern oft an Praxis fehlen, aber auch die schwache Konjunktur sei für den Einstieg in die Arbeitswelt nicht dienlich.
Eine Lage, die für viele Arbeitsuchende sehr belastend sein kann. Auch eine 19-Jährige aus Stegersbach (Bez. Güssing) sieht sich aktuell verzweifelt um einen Job um, berichtet die "Kronen Zeitung".
Nach der Matura an der HBLA Oberwart (Modezweig) wollte die junge Frau sofort in ihr Berufsleben starten – doch zehn Monate später: Fehlanzeige! Es habe immer wieder geheißen, dass sie nach ihrer Reifeprüfung leicht einen Job finde, die Realität sieht jedoch anders aus.
Über 100 Bewerbungen habe die Stegersbacherin, die Kenntnisse im Nähen und Designen auf dem Niveau einer Schneiderlehre sowie Qualifikationen im Grafikbereich besitzt, bereits geschrieben. Zu einem Bewerbungsgespräch sei es jedoch noch nie gekommen. Die Absagen würden immer mit fehlender Berufserfahrung oder zu hoher Qualifikation begründet.
Da die 19-Jährige auch kein Arbeitslosengeld bezieht, sei der Druck groß. Unterstützung erhält sie von ihren Eltern und ihrem Freund – das Geld reiche "knapp zum Leben". Inzwischen habe die junge Frau ihre Suche auch auf Graz und Wien ausgeweitet. Besonders frustriert die Burgenländerin, dass sie nie zu einem Gespräch oder Praktikum eingeladen wurde.
Anfangs seien bei Absagen noch "Tränen geflossen", nun sei es Routine geworden, sagte die Stegersbacherin der "Krone". Inzwischen würde sie laut eigener Aussage "jeden Job annehmen", es gehe ihr hauptsächlich darum, überhaupt einmal Fuß im Berufsleben zu fassen.
Ans Aufgeben denkt die 19-Jährige, die von ihren Eltern und ihrem Freund immer wieder aufgebaut wird, nicht. Sie wolle unbedingt arbeiten. "Junge Menschen brauchen eine Chance, auch ohne jahrelange Erfahrung", ist ihr Appell an potenzielle Arbeitgeber.