Der Fachkräftemangel setzt Österreichs Unternehmen weiter unter Druck. Gleichzeitig hat fast die Hälfte der Arbeitslosen keine abgeschlossene Berufsausbildung. Genau hier setzt eine gezielte Qualifizierungsoffensive an – als Teil der Fachkräftestrategie, welche von der Regierung, allen voran dem Arbeitsministerium, derzeit erarbeitet wird.
In diesem Rahmen werden auch die Arbeitsstiftungen "Just 2 Job" und "Umweltstiftung" jetzt neu aufgelegt. Insgesamt stehen dafür 40 Millionen Euro von Arbeitsministerium, AMS und Sozialpartnern zur Verfügung.
Ziel ist es, rund 2.000 Menschen eine arbeitsplatznahe Ausbildung zu ermöglichen.
Die Programme richten sich vor allem an Menschen ab 18 Jahren, die keine verwertbare Berufsausbildung haben oder sich beruflich neu orientieren wollen. Sie erhalten eine praxisnahe Qualifizierung direkt in Betrieben und sollen danach dauerhaft in den Arbeitsmarkt integriert werden.
Der Bedarf ist groß: Rund 46 Prozent der Arbeitslosen in Österreich haben keinen Abschluss über die Pflichtschule hinaus. Ihr Risiko, arbeitslos zu werden, ist etwa 3,5-mal höher als bei Menschen mit abgeschlossener Ausbildung.
Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) sieht in der Neuauflage der Stiftungen einen wichtigen Schritt gegen den Fachkräftemangel: "Investitionen in Aus- und Weiterbildung sind Investitionen in die Zukunft. Sie unterstützen Menschen beim Einstieg oder Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt, stärken ihre beruflichen Fähigkeiten und eröffnen neue Perspektiven. Gleichzeitig unterstützen sie Unternehmen dabei, die richtigen Fachkräfte zu finden."
Ein Schwerpunkt liegt auch auf sogenannten Green Jobs. Österreich will bis 2040 klimaneutral werden, dafür braucht es zusätzliche Fachkräfte etwa im Energiebereich, im Bau oder in technischen Berufen. Bereits heute zählt nahezu jeder 20. Arbeitsplatz in Österreich zu diesem Bereich.
Die bisherigen Programme zeigen Wirkung: Seit 2020 konnten über "Just 2 Job" und die "Umweltstiftung" mehr als 2.300 arbeitslose Menschen in Ausbildung gebracht werden.