Alarmstufe Rot! Mit Hochdruck wird noch immer nach verkauften "HiPP Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel" in der 190-Gramm-Packung gesucht. Seit Freitag ist die Gefahr auch in Österreich bekannt.
Erpresser forderten vom Kindernahrungs-Produzenten zwei Millionen Euro bis zum 2. April, sonst würden die Gläser mit Rattengift versehen. Die Drohmail erreichte das deutsche Unternehmen bereits am 27. März. Fatal: Gelesen wurde sie allerdings erst am 16. April – also nach dem Ultimatum!
Die Drohung richtete sich gegen Tesco-Filialen in Brünn (Tschechien), Dunajská Streda in der Slowakei und Interspar-Filialen in Eisenstadt.
Freitagmittag erreichte der Sicherheitsalarm die Spar-Zentrale in Salzburg. Sofort wurde in den Krisenmodus geschaltet. Als Erstes wurden die HiPP-Gläser in den burgenländischen Spar-Filialen aus den Regalen geräumt.
Freitagabend folgte im Konzern die Entscheidung: Das Produkt soll aus allen Regalen in allen Filialen (es sind mehr als 1.000) schleunigst entfernt werden. Wenige Augenblicke danach ging die Alarm-Nachricht an die Geschäfte – landete auf den Computern in den Filial-Büros, auf den Handys der Mitarbeiter und auf MDE-Geräten (auf diesen werden Bestellungen in den Shops organisiert).
In der sogenannten Alert-Meldung steht eine genaue Liste der Produkte, die aus den Regalen zu räumen sind und wie damit zu verfahren ist. Zu diesem Zeitpunkt waren die Geschäfte schon geschlossen, die Nachricht wurde also spätestens beim Aufsperren Samstagfrüh gelesen. Laut Informationen aus der Spar-Zentrale waren die Produkte in den meisten Filialen "noch vor dem Aufsperren" weggeräumt.
Die eingezogenen Gläser stehen jetzt gesichert in den Lagern: "Sie wurden auf Rollcontainern gesammelt, verschweißt und deutlich als nicht zu verwenden gekennzeichnet", heißt es aus der Zentrale.