Ungewöhnlich wenig dringt über die neue Corona-Verordnung, die unser Zusammenleben ab Sonntag regeln soll, an die Öffentlichkeit. Weder gibt es einen ersten Entwurf, noch war aus Vertretern die Spitzenpolitik etwas herauszukitzeln. Wegen der stark sinkenden Zahlen wurde jedoch stets angenommen, dass es in Richtung Lockerungen geht.
Mit der Geheimniskrämerei räumt Gesundheitsminister Johannes Rauch nun auf. Wie er in der "Tirol live"-Sendung der "Tiroler Tageszeitung" erklärte, steht eine Lockerung der Maßnahmen unmittelbar zuvor. Auch in Sachen 4. Impfung gab es eine klare Ansage.
Mit der Indoor-Maskenpflicht habe man auf die Rekordzahlen bei den Neuinfektionen reagiert, jetzt sinken die Zahlen deutlich. In Sachen neuer Verordnung sei man in den letzten Vorbereitungen. "Ich kann so viel verraten: Natürlich wird aufgrund der sich jetzt abzeichnenden Entspannung auch an der Maßnahmenfront – wenn sie so wollen – eine Entspannung eintreten."
Wie genau diese aussehen wird, werde zeitnah bekanntgegeben. Spätestens am Samstag muss die Verordnung kundgemacht werden. Ein komplettes Fallen der Maßnahmen wird es aber wohl nicht geben, Rauch will das Wort "Freedom Day" gar aus dem Wortschatz streichen. Den Fehler, die Pandemie für beendet zu erklären, habe man bereits zu oft gemacht.
Von einem Ende der Pandemie sei man noch weit entfernt, trotzdem verspricht der Gesundheitsminister: "Wir werden in einen Sommer gehen, der ist deutlich entspannter." Doch man müsse sich auf ein womöglich wieder intensiveres Geschehen im Herbst einstellen.
Genau hier komme dann auch de Impfung ins Spiel. Den Leuten müsse klar gemacht werden, dass es "vor einer allfälligen Herbstwelle eine Auffrischung brauchen" wird. Das betreffe auch Menschen, die geboostert oder genesen sind, also wohl an die 90 Prozent der Bevölkerung. Denn bis dahin sind noch sechs Monate Zeit.
In Sachen Impfpflicht wird es die nächste Entscheidung Ende Mai oder Anfang Juni geben, kündigt Rauch an. In Vorbereitung ist auch die Verlängerung des Grünen Passes. Immerhin: "Niemand wird sich Sorgen darüber machen müssen, dass er mit einem rot aufleuchtenden Impfzertifikat irgendwo feststeckt oder wo nicht rein kommt."