Seit dem Formel-1-Einstieg des österreichischen Rennstalls im Jahr 2005 stand Horner an der Spitze des Teams. Er war erst Teamchef und danach auch Geschäftsführer des Rennstalls. Vor gut einem Jahr kam dann allerdings das Aus. Horner war Anfang Juli 2025 vor die Tür gesetzt worden.
Letztendlich wurde dem Briten die sportliche Talfahrt zum Verhängnis. Gleichzeitig schwelte da noch ein Machtkampf im Rennstall zwischen Horner und dem sogenannten "österreichischen" Red-Bull-Flügel mit Motorsport-Konsulent Helmut Marko – mittlerweile ebenso nicht mehr beim Team –, Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff und nicht zuletzt Max Verstappen und dessen Vater Jos auf der anderen Seite. Hinzu kamen damals die Vorwürfe seiner ehemaligen persönlichen Assistentin. Die thailändischen Red-Bull-Mehrheitseigentümer hatten Horner nach dem Tod von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz noch gestützt, mehr und mehr aber das Vertrauen verloren.
Horner war offiziell am 9. Juli 2025 als Teamchef abgesetzt worden, am 13. August 2025 hatte der Brite dann seine Positionen im Rennstall auch offiziell verloren. Nun ist durchgesickert, welch riesige Summe Horner für sein Red-Bull-Aus als Abfindung kassiert hatte. Der Brite erzählte jüngst, dass er noch einen sechs Jahre laufenden Vertrag bei Red Bull hatte – also bis Jahresende 2030. Deshalb fällt die Summe üppig aus.
Aus offiziellen Dokumenten von Companies House, dem britischen Handelsregister, geht nun hervor, welch riesige Abfindung Horner bezogen hat: 100,482 Millionen Pfund, also 118,72 Millionen Euro.
Der Jahresabschluss von zwei Unternehmen des Red-Bull-Teams weisen jeweils eine "Entschädigung für den Verlust des Amtes" des "bestbezahlten Direktors" aus. So zahlte Red Bull Racing die üppige Entschädigung von 33,949 Millionen Pfund, also 39,56 Millionen Euro. Hinzu kommen reguläre Zahlungen von 4,441 Millionen Pfund (5,25 Millionen Euro) bis zum offiziellen Vertragsende.
Bei Red Bull Technologies ist dieselbe Entschädigung mit 66,988 Millionen Pfund (79,13 Millionen Euro) angegeben. Hinzu kommen weitere 9,029 Millionen Pfund (10,67 Millionen Euro) als reguläre Bezüge – das macht insgesamt eben die 118 Millionen Euro.
Darüber hinaus war Horner auch offiziell Direktor der Motorsparte Red Bull Powertrains und von Red Bull Advanced Technologies tätig. Das Direktorengehalt ist den Jahresabschlüssen zufolge aber mit den Direktorenposten der anderen Red-Bull-Unternehmen abgeglichen.
Mittlerweile will Horner wieder zurück in die Formel 1, sprach zuletzt äußerst offensiv über Ferrari. Es sei das einzige Team, für das er seinen eigentlichen Plan, Anteile am Rennstall erwerben zu wollen, über den Haufen werfen würde.