Chaos nach Wildunfall

Reh auf Straße – Verletzte nach Crash-Serie bei Kössen

Erst krachte ein Pkw in einen Klein-Lkw, dann folgte der nächste Unfall. Zwei Männer mussten ins Krankenhaus.
Newsdesk Heute
24.09.2026, 10:57
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In Kössen-Bichlach hat ein Reh auf der Fahrbahn in den frühen Morgenstunden eine gefährliche Unfall-Serie ausgelöst. Gegen 4.30 Uhr war ein 45-jähriger Ungar mit einem Klein-Lkw auf der Walchseestraße von Walchsee kommend in Richtung Kössen unterwegs. Weil sich ein Reh auf der Straße befand, musste er sein Fahrzeug anhalten.

Hinter ihm fuhr ein 20-jähriger Österreicher mit einem Pkw in dieselbe Richtung. Auf dem Beifahrersitz saß ein weiterer 20-jähriger Österreicher. Aus ungeklärter Ursache fuhr der Lenker trotz Notbremsung auf das Heck des stehenden Klein-Lkw auf.

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Der Beifahrer wurde leicht verletzt. Nach der Erstversorgung brachte ihn die Rettung ins Krankenhaus St. Johann in Tirol. Die Walchseestraße war rund eine halbe Stunde komplett gesperrt, danach wurde der Verkehr bis etwa 6.50 Uhr durch die FF Bichlach wechselseitig angehalten.

Zweiter Unfall

Doch damit war der Einsatz noch nicht vorbei. Im Zusammenhang mit dem ersten Unfall führte eine 28-jährige Österreicherin Absicherungsmaßnahmen auf der Walchseestraße durch. Sie stellte ein Warndreieck in Fahrtrichtung Kössen-Bichlach auf, trug eine Warnweste und stellte ihren beleuchteten Pkw mit eingeschalteter Warnblinkanlage auf der Fahrbahn ab.

Gegen 4.55 Uhr kam es zum Folgeunfall: Ein 18-jähriger Österreicher war von Kössen-Durchen in Richtung Kössen-Bichlach unterwegs. Aus ungeklärter Ursache prallte er frontal gegen den beleuchteten Pkw der 28-Jährigen. Der 18-Jährige wurde unbestimmten Grades verletzt und ebenfalls mit der Rettung ins Krankenhaus St. Johann in Tirol gebracht.

Herbst ist Gefahrenzeit

Mit Beginn des Herbstes steigt die Gefahr von Wildwechsel wieder deutlich. Die Tage werden kürzer, die Dämmerung fällt stärker in den Berufsverkehr. Genau dann sind Rehe, Hirsche, Wildschweine und anderes Wild besonders aktiv.

Im Jahr 2025 gab es in Österreich 283 Unfälle mit Wildbeteiligung, bei denen 322 Menschen verletzt wurden. Die meisten Wildunfälle mit Verletzten wurden in Niederösterreich registriert, nämlich 85. Danach folgten Oberösterreich mit 69, die Steiermark mit 54, Kärnten mit 32, das Burgenland mit 19, Tirol mit 10, Salzburg mit 9, Vorarlberg mit 4 und Wien mit 1.

Wildunfälle in Österreich 2025
ChatGPT (KI-generiert)

ÖAMTC-Fahrtechnikexperte Roland Frisch warnt besonders vor riskanten Ausweichmanövern. "Lenkrad festhalten, stark bremsen und die Spur halten – das ist in der Regel die sicherste Reaktion", erklärt Frisch.

Empfohlen wird, bei Wildwechsel-Warnschildern die Geschwindigkeit zu reduzieren, bremsbereit zu fahren und größeren Abstand zum Vorderfahrzeug zu halten. Taucht ein Tier auf, sollte abgeblendet und gehupt werden. Außerdem ist stets mit weiteren Tieren zu rechnen, weil Wild häufig in Gruppen unterwegs ist.

Was tun?

Nach einem Wildunfall gilt: Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen, Unfallstelle mit dem Pannendreieck absichern und die Polizei verständigen. Auch verletzte Personen müssen versorgt werden. Die Unfallmeldegebühr fällt bei der Meldung eines Wildunfalls nicht an.

ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer betont: "Verletzte oder getötete Wildtiere dürfen keinesfalls angefasst oder mitgenommen werden. Das kann unter Umständen sogar strafrechtliche Folgen haben."

Rechtlich ist eine Notbremsung bei größeren Wildtieren wie Rehen, Hirschen oder Wildschweinen in der Regel gerechtfertigt. Bei kleineren Tieren wie Hasen oder Igeln kann die Lage anders bewertet werden: Kommt es wegen einer Vollbremsung zu einem Auffahrunfall, kann unter Umständen ein Mitverschulden im Raum stehen.

red,Akt. 24.09.2026, 11:07, 24.09.2026, 10:57
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