Einst war das Schremser Hochmoor (Bezirk Gmünd) mit rund 300 Hektar das größte Moor Niederösterreichs. Doch Torfabbau, Entwässerung und andere Eingriffe haben dem empfindlichen Lebensraum über Jahrzehnte zugesetzt. Jetzt soll gegengesteuert werden.
Auf insgesamt 1,8 Hektar laufen zwei neue Renaturierungsprojekte. Besonders im Fokus steht dabei die Spirke, eine seltene Moor-Baumart. Im Naturpark gibt es nur noch einzelne, stark geschädigte Exemplare. Ohne Hilfe droht die bis zu 20 Meter hohe Kiefer in Schrems ganz zu verschwinden.
Um das zu verhindern, werden Zapfen aus einem nahe gelegenen Restbestand gesammelt. Die Samen werden anschließend an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien aufbereitet und aufgezogen. Die jungen Bäume sollen später auf bereits wiedervernässten Moorflächen eingesetzt werden.
Die Pflanzung erfolgt nicht flächendeckend, sondern gezielt auf rund 1,6 Hektar. Langfristig soll wieder eine stabile Spirken-Population entstehen. Laut Projektbetreibern ist ein vergleichbares Vorhaben in Österreich bisher noch nicht umgesetzt worden.
Doch auch ein grüner Eindringling macht den Naturschützern Sorgen: Das Indische Springkraut hat sich auf rund 0,2 Hektar ausgebreitet. Die invasive Pflanze stammt ursprünglich aus dem Himalaya und verdrängt heimische Arten.
Weil das Vorkommen derzeit noch begrenzt ist, soll rasch gehandelt werden. Das Springkraut wird ausschließlich händisch entfernt, damit der empfindliche Moorboden möglichst wenig belastet wird. Dabei sollen auch ehrenamtliche Helfer mitanpacken.
Das Projekt läuft von Jänner 2026 bis Dezember 2028 und wird vollständig aus dem Biodiversitätsfonds des Bundes finanziert. Gelingt das Vorhaben, könnte die seltene Spirke in Schrems nicht nur überleben, sondern sich künftig wieder selbständig vermehren.