Höchste Alarmstufe ausgerufen

Riesige Feuer wüten – jetzt droht Umwelt-Katastrophe

In Indonesien wüten seit Monaten verheerende Waldbrände. Der Rauch zieht bis in die Nachbarländer, Hunderttausende leiden unter der schlechten Luft.
17.10.2026, 21:56
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Dichter Rauch, verpestete Luft und riesige zerstörte Waldflächen: Indonesien erlebt die schwerste Waldbrandsaison seit Jahren. Die Flammen wüten seit Monaten, mittlerweile sind auch mehrere Nachbarländer betroffen. Seit Samstag gilt für Teile Südostasiens die höchste Warnstufe wegen der Luftverschmutzung.

Nach Angaben der Behörden waren am Freitag elf große Brände aktiv. Sie erstrecken sich unter anderem über Sumatra, Kalimantan auf Borneo und die Molukken bis nach Osttimor. Seit Jahresbeginn könnten bereits rund 900.000 Hektar Land verbrannt sein.

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Rauch erreicht sogar Jakarta

Die Auswirkungen sind längst über Indonesien hinaus spürbar. Rauch und Smog ziehen bis nach Malaysia, Singapur und Papua-Neuguinea. In Malaysia mussten vergangene Woche Schulen schließen, auch der Flugverkehr wurde mehrfach beeinträchtigt. In Indonesien registrierten die Behörden bereits 280.000 Fälle von Atemwegserkrankungen.

Am Freitag erreichten die Rauchwolken laut "Jakarta Post" auch die Hauptstadt Jakarta. Satellitenaufnahmen zeigten eine Rauchschicht in zwei bis drei Kilometern Höhe. Das Meteorologische Zentrum in Singapur rief am Samstag für die südliche ASEAN-Region die höchste Alarmstufe drei aus.

Mehr als 50.000 Helfer im Einsatz

Im Kampf gegen die Flammen stehen mehr als 50.000 Einsatzkräfte, Soldaten und rund 60 Löschflugzeuge bereit. Auch Helfer aus Japan unterstützen die Löscharbeiten. Dennoch ist die Lage weiterhin außer Kontrolle. Hunderte Häuser wurden zerstört, vier Menschen starben bei der Brandbekämpfung.

Besonders schwierig sind Brände auf ausgetrockneten Torfböden. Dort können sich die Flammen unterirdisch ausbreiten und wochenlang Rauch verursachen. Nachdem Löschflugzeuge nicht den erhofften Erfolg brachten, soll auf Sumatra versuchsweise Trockeneis eingesetzt werden. Präsident Prabowo Subianto ordnete den Versuch an, die Erfolgsaussichten sind allerdings ungewiss.

Orang-Utans durch Feuer bedroht

Als Ursachen gelten unter anderem illegale Brandrodungen für Palmölplantagen und die fortschreitende Abholzung der Regenwälder. Das Klimaphänomen "El Nino" verschärft die Trockenheit zusätzlich. Singapur kündigte bereits Verwarnungen gegen sieben mutmaßlich verantwortliche Unternehmen an.

Auch die Tierwelt leidet massiv. Auf Borneo lebt mehr als die Hälfte der weltweiten Orang-Utan-Populationen. Tierschützer versuchen, bedrohte Tiere aus den Brandgebieten zu retten.

Unterdessen wächst der politische Druck auf Präsident Prabowo. Ein Bündnis indigener Völker auf Borneo hat gemeinsam mit weiteren Klägern eine Sammelklage gegen die Regierung eingebracht. Sie werfen ihr grobe Fahrlässigkeit vor und verlangen die Ausrufung des nationalen Notstands.

red, 17.10.2026, 21:56