4,8 Mio. Euro Schaden

Riesiges Betrüger-Netz mit tausenden Firmen zerschlagen

Ein internationales Netzwerk für Vorsteuerbetrug wurde in Wien zerschlagen. Der Schaden beläuft sich auf rund 4,8 Millionen Euro.
Newsdesk Heute
12.04.2026, 15:03
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Ein international organisiertes Netzwerk von Vorsteuerbetrügern ist jetzt in die Fänge der Ermittler geraten. In enger Zusammenarbeit haben das Bundeskriminalamt, das Amt für Betrugsbekämpfung und die Staatsanwaltschaft Wien das kriminelle Geflecht aufgedeckt und empfindlich geschwächt. Der Schaden beläuft sich auf rund 4,8 Millionen Euro.

Den Stein ins Rollen brachten Mitte 2024 auffällige Finanzströme, die von der Geldwäschemeldestelle im Bundeskriminalamt (A-FIU) entdeckt wurden. Die Ermittlungen führten zu einem weit verzweigten System von Scheinfirmen, mit denen unrechtmäßig Vorsteuer geltend gemacht wurde. Anfang 2026 wurde dafür die ressortübergreifende Arbeitsgruppe "Dolus" gegründet.

Tausende Scheinfirmen

Die Täter gingen dabei arbeitsteilig vor: Personen wurden nach Österreich gebracht, als Firmeninhaber eingesetzt und danach wieder ins Ausland geschickt. Die Scheinfirmen dienten einzig dem Betrug – ihre Zahl dürfte im vierstelligen Bereich liegen.

Die Ermittlungen richten sich gegen eine kriminelle Vereinigung, die vor allem aus Beschuldigten mit Verbindungen nach Pakistan, Syrien, Afghanistan und Marokko besteht. Bis jetzt wurden rund 190 Beteiligte ausgeforscht, darunter zehn Hauptverdächtige. Im März 2026 kam es bei einer groß angelegten Aktion zu vier Festnahmen, sechs Vorführungen zu Vernehmungen und 16 Hausdurchsuchungen.

Dabei wurden Bargeld in Höhe von 185.965 Euro, 3.000 britische Pfund und 12.000 pakistanische Rupien, 100 Handys, 28 PCs, zahlreiche Dokumente, Bankunterlagen und 200 Bankkarten sichergestellt. Zusätzlich stießen die Ermittler auf Fälle von Sozialleistungsbetrug, zum Beispiel durch manipulierte Einkommen, Scheinbeschäftigungen und Scheinehen.

Steuerbetrug schadet allen

"Die Spezialisten des Bundeskriminalamtes verfügen über international anerkannte Expertise und haben einmal mehr dazu beigetragen, einer Betrügerbande das Handwerk zu legen", sagte Innenminister Gerhard Karner. "Ich danke allen Ermittlern für ihre ausgezeichnete Arbeit."

Auch der Direktor des Bundeskriminalamts, Andreas Holzer, betont: "Der vorliegende Ermittlungserfolg unterstreicht deutlich, wie entscheidend eine enge, strukturierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Behörden ist."

Finanzminister Markus Marterbauer macht klar: "Der Kampf gegen Steuerbetrug hat weiterhin oberste Priorität im Finanzministerium, denn Betrug schadet der Gesellschaft und vor allem den vielen ehrlichen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern. Das Gründen von Scheinunternehmen und daraus resultierende umfangreiche Steuer-, Sozial- und Abgabenbetrug geht zulasten aller: der redlichen Unternehmen, der Beschäftigten und nicht zuletzt auch der Finanzierung des Sozialstaats."

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