Warnstreik bei Lufthansa

Flugverkehr – zum Wochenstart droht das Chaos

Von Montag, 13. April, bis Dienstag, 14. April, streikt das Cockpitpersonal bei Lufthansa, Cargo, CityLine und teils Eurowings.
Team Wirtschaft
12.04.2026, 13:57
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Bei der Lufthansa-Gruppe droht zu Wochenbeginn massives Chaos im Flugverkehr. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ruft das Cockpitpersonal von Lufthansa, Lufthansa Cargo, Lufthansa CityLine und Eurowings zum Streik auf.

Der Ausstand startet am Montag, 13. April 2026, um 00.01 Uhr und läuft bis Dienstag, 14. April 2026, 23.59 Uhr. Bei Eurowings gilt der Streik nur am Montag. Betroffen sind dort alle Flüge, die von deutschen Flughäfen abheben.

Austrian Airlines warnt vor möglichen Problemen

Für Österreich ist die Lage etwas entspannter. Austrian Airlines gehört zwar ebenfalls zur Lufthansa-Gruppe, ist vom Streik aber nicht direkt betroffen. Ganz ohne Folgen bleibt der Arbeitskampf für AUA-Passagiere aber trotzdem nicht.

Vor allem Reisende, die über Frankfurt oder München weiterfliegen wollen, müssen sich auf Probleme einstellen. Die AUA warnt, dass Anschluss- und Zubringerflüge mit Lufthansa betroffen sein können. Dadurch drohen Ausfälle, Verzögerungen und Umbuchungen.

AUA will mit größeren Maschinen gegensteuern

Laut Unternehmenssprecherin Yvonne Wachholder prüfe man, wie in solchen Situationen üblich, "ob aktuell auf Austrian-Airlines-Flügen zwischen Wien und Deutschland größeres Fluggerät eingesetzt werden kann, um mehr Sitzplatzkapazitäten" anbieten zu können.

Gleichzeitig ruft die AUA ihre Passagiere auf, vor der Fahrt zum Flughafen unbedingt den aktuellen Flugstatus auf der Austrian-Webseite zu prüfen. Gerade bei Verbindungen mit Umstieg in Deutschland könne sich die Lage rasch ändern.

Gewerkschafter kritisieren fehlende Angebote

Hintergrund sind mehrere festgefahrene Tarifkonflikte. Laut Vereinigung Cockpit fehlt bei Lufthansa und Lufthansa Cargo weiterhin ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung. Bei Lufthansa CityLine gebe es bisher kein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag. Auch das Angebot von Eurowings zur Altersversorgung sei aus Sicht der Gewerkschaft völlig unzureichend.

VC-Präsident Andreas Pinheiro begründete den Schritt scharf. Die Arbeitgeber hätten über die Osterfeiertage keine ernstzunehmenden Angebote vorgelegt und auch keine echte Gesprächsbereitschaft gezeigt. Der Streik sei daher das letzte Mittel, um Bewegung in die Verhandlungen zu bringen.

Lufthansa-Konzern spricht von absurden Forderungen

Die Lufthansa reagierte mit deutlicher Kritik. Ein Sprecher sprach von einer neuen Stufe der Eskalation. Die zentrale Forderung der Gewerkschaft, eine Verdopplung der ohnehin schon sehr guten betrieblichen Altersvorsorge, sei aus Sicht des Konzerns absurd und nicht erfüllbar.

Trotz der harten Fronten hält die Gewerkschaft die Tür für Gespräche offen. Man sei weiterhin verhandlungsbereit, betonte Pinheiro. Die Arbeitgeber könnten den Streik jederzeit noch abwenden, wenn verhandlungsfähige Angebote auf den Tisch kommen.

Diese Verbindungen sind vom Streik ausgenommen

Ganz still steht der Verkehr aber nicht. Wegen der angespannten Lage im Nahen Osten sind bestimmte Verbindungen vom Streik ausgenommen. Lufthansa und CityLine fliegen von Deutschland aus weiterhin zu Zielen wie Ägypten, Israel, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate.

Für Passagiere heißt das: Vor allem zum Wochenstart ist mit Ausfällen, Umbuchungen und Verspätungen zu rechnen. Wer Montag oder Dienstag mit Lufthansa abheben will, sollte besser nicht nur aufs Ticket schauen – sondern auch ganz genau auf den Flugstatus.

{title && {title} } tmw, {title && {title} } 12.04.2026, 13:57
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