Die studierte Juristin Susanne Rosenkranz (53) ist seit 23. März 2023 FPÖ-Landesrätin und zuständig für Arbeit, Tierschutz, Konsumentenschutz und Naturschutz. Zudem ist sie Gemeinderätin in Krems. Rosenkranz im Interview über ...
Angespannte Lage am Arbeitsmarkt "Die Situation ist nicht einfach. Die Wirtschaft springt noch nicht so an, wie wir uns das am Arbeitsmarkt wünschen, hier ist die Bundesregierung mit konjunkturellen Maßnahmen gefordert. In NÖ werden Projekte mit dem AMS gut angenommen. In den Jugendbildungszentren haben wir zwei Pilotprojekte im Bereich psychosozialer Dienst in Amstetten und Wr. Neustadt laufen, das soll auch für Krems und nahe Baden kommen.“
"Wir benötigen dringend eine Perspektive, sowohl für unsere Unternehmer und dann natürlich in weiterer Folge auch für unsere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Wichtig ist: Auch hier muss ich immer betonen, dass Ausbildung immer der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit ist. Das heißt, all jene, die vielleicht nur einen geringen Abschluss haben, versuchen wir durch die Arbeitslosigkeit und durch unsere Projekte zu begleiten und zu schauen, damit sie gestärkt in den Arbeitsmarkt gehen können."
Situation von Jugendlichen "Was wir leider feststellen ist, dass gerade im Jugendbereich sehr viele psychische Probleme auftauchen. Das ist eine Nachwirkung von Corona. Ganz bestimmt spielen aber auch gesellschaftliche Entwicklungen eine Rolle, warum viele Jugendliche eigentlich an ihrem Leben zweifeln oder nicht wissen, wo sie hingehen wollen. Dazu kommt vielleicht auch die Schuldenproblematik, da rutscht man natürlich auch sehr schnell übers Handy rein."
Hilfe für Pendler "Für Menschen in Wien ist es einfach zu sagen: Mir ist der Spritpreis egal. In einem Flächenbundesland wie NÖ funktioniert das nicht. Wir haben die Einkommensgrenzen zugunsten der Pendler geändert, damit man leichter zu den Förderungen kommt."
"Gerade in Niederösterreich gibt es Bereiche, die sind mit dem Öffentlichen Verkehr nicht abzudecken. Pendler sind hier aufs Auto angewiesen. Wir sind gerade dabei, zu evaluieren, wie weit faktisch diese 1.200 Euro Pendlerhilfe, die wir im vollen Bereich auszahlen können, wenn jemand 40 Kilometer zum Arbeitsplatz fahren muss, anpassen können – eventuell die Strecken vergrößern, eventuell die Abstufungen leichter machen."
Spritpreisbremse "Wenn sie eine ordentliche wäre, halte ich sehr viel davon. Der Sprit sollte 40 oder 50 Cent, vielleicht sogar mehr, runterkommen und nicht nur in Bereichen von 0,8 Cent."
Biberverordnung "Diese ist nun in Begutachtung. In NÖ haben wir derzeit 9.800 gezählte Exemplare, das ist sehr viel. Im Rahmen von EU-Vorgaben muss eine Entnahme möglich sein. Wir können, wenn die Verordnung so bleibt, bis zu 600 Biber entnehmen. Das ist gerechtfertigt und ökologisch ausgewogen. Denn eines ist klar: Auch Landwirte haben ein Recht darauf, ordentlich wirtschaften zu können und nicht behindert zu werden."
Projekt Katzenkastration "Das Land übernimmt zwei Drittel der Kosten bei der Kastration von Streunerkatzen, die Gemeinde steuert ein Drittel bei. Es ist schade, dass sich manche Bürgermeister weigern, hier mitzumachen. Wir könnten vielen Tieren viel Leid ersparen."
Fristen bei Tierabnahmen "Es würde sehr helfen, die Frist zur Weitervermittlung nach einer Abnahme von zwei Monaten auf eines zu verkürzen. Wir haben Anträge in der Landes-Tierschutzkonferenz eingebracht."
Super-Bad um 40 Mio. Euro in Krems "Das Bad ist natürlich wunderschön. Aber man hätte vorher überlegen müssen, welche umliegenden Gemeinden sich finanziell daran beteiligen."
Landtagswahl 2028 "Mein Ziel ist es, nicht nur stärker zu werden, sondern den Landeshauptmann-Anspruch zu stellen. Udo Landbauer wäre ein hervorragender Landeshauptmann.