Wer dieser Tage am Burgtheater vorbeikam, konnte unverhofft mitten in einer Vorstellung landen. Für eine ungewöhnliche Aktion platzierte KULTURFORMAT einen einzelnen roten Theaterstuhl vor dem berühmten Wiener Haus – und ließ rundherum Kunst und Kultur auf die Passanten los.
Die Idee dahinter: Kultur muss nicht immer hinter Theater-, Konzert- oder Museumstüren stattfinden. Manchmal reichen ein Stuhl und ein paar Quadratmeter mitten in Wien.
Für Abwechslung war jedenfalls gesorgt. Den Anfang machte eine Violinistin, die mit klassischen Klängen Menschen zum Stehenbleiben brachte. Danach verwandelte eine Schauspielerin den Platz mit einem dramatischen Monolog kurzerhand in eine Freiluftbühne. Zum Finale wurde es deutlich lauter: Ein E-Gitarrist sorgte für rockige Töne vor der ehrwürdigen Kulisse des Burgtheaters.
Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die Künstler, sondern vor allem die Reaktionen der Menschen. Neugierige Blicke, überraschte Gesichter und Passanten, die ihren Weg für ein paar Minuten unterbrachen – all das wurde für eine Videokampagne festgehalten.
Hinter der Aktion steckt KULTURFORMAT, ein auf Außenwerbung im Kunst-, Kultur- und Veranstaltungsbereich spezialisiertes Unternehmen der Gewista. Mit dem roten Stuhl will man zeigen, dass Kultur auch dort funktionieren kann, wo eigentlich gerade ganz normaler Alltag herrscht.
"Kultur ist kein Nischenprodukt – sie gehört ins Herz der Stadt", erklärt KULTURFORMAT-Geschäftsführerin Heike Fischer. Ziel sei es, Kulturschaffende und Publikum genau dort zusammenzubringen, "wo das Leben spielt – im öffentlichen Raum".
Der rote Theaterstuhl wird damit zum Symbol für eine ziemlich einfache Idee: Für einen besonderen Kulturmoment braucht es manchmal weder Eintrittskarte noch Abendgarderobe – sondern nur den richtigen Platz zur richtigen Zeit.