Bisher hat der Vize-Weltmeister von 2018 vor allem im Viertelfinale gegen Brasilien überzeugt, den klaren Turnierfavoriten mit einer abgebrühten Leistung und Nervenstärke im Elfmeterschießen aus dem Turnier geworfen. Gegen die abgebrüht auftretenden Argentinier rund um Superstar Lionel Messi setzte es allerdings eine klare 0:3-Niederlage, die vor allem durch zehn schwache Minuten in der ersten Hälfte entstand.
Messi schoss die Südamerikaner in der 34. Minute wuchtig vom Elfmeterpunkt in Front, zuvor hatte Schlussmann Dominik Livakovic den heranstürmenden Julian Alvarez gefoult. Der Manchester-City-Stürmer legte in der 39. Minute mit Ballglück das 2:0 nach, besiegelte in der 69. Minute dann das 3:0-Endergebnis. Besonders bitter: Vor beiden Gegentreffern im ersten Durchgang hatten die Kroatien tief in der gegnerischen Hälfte den Ball, wurden eiskalt ausgekontert.
Spätestens nach dem dritten Gegentreffer war auch den Kroaten klar, dass der Finaltraum geplatzt ist. Deshalb wurde Kapitän Luka Modric, der vor dem 0:1 noch den Ball verlor, in der 81. Minute ausgetauscht – unter Standing Ovations der gut 80.000 Fans im Lusail Iconic Stadium. Modric wirkte auf der Ersatzbank sitzend bereits geknickt. Der Star-Kicker von Real Madrid ist bereits 37-Jähre alt. Es war womöglich die letzte Chance für den Mittelfeld-Strategen, einen großen Titel zu gewinnen.
Schon bei seiner Auswechslung war Modric die Enttäuschung anzusehen, der Kapitän verließ das Feld mit gesenktem Kopf, vergrub auch auf der Ersatzbank sitzend sein Haupt in den Händen. Es floss wohl die eine oder andere Szene. Deshalb reagierte auch Argentiniens Star Angel di Maria, einst Klub-Kollege bei Real Madrid, mit einer rührenden Geste, ging unmittelbar nach dem Schlusspfiff zum kroatischen Kapitän und tröstete ihn. Bilder der Szene machten in sozialen Netzwerken die Runde. Di Maria saß über 90 Minuten auf der Bank.
"Das große Problem war vor dem Elfmeter. Es war eine Ecke für uns und eine Minute später gibt es auf einmal Elfmeter gegen uns. Es ist schwierig, wir waren 40 Minuten lang gut, aber waren dann 0:2 zurück", haderte Kroatiens Linksverteidiger Borna Sosa mit dem verpassten Finaleinzug der "Vatreni".