Seniorinnen haben viel erlebt

Rüstiges "Vier-Mäderl-Haus" zusammen über 400 Jahre alt

Rüstiges Quartett: Im Caritas-Wohnhaus Schloss Hall in Bad Hall (Bez. Steyr-land) leben vier Frauen, die ihren 100. Geburtstag bereits gefeiert haben.
19.10.2026, 05:00
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Geboren 1925 und 1926 erlebten die Seniorinnen einst Krieg, Wiederaufbau und und wirtschaftlichen Aufschwung. Ihre Geschichten erzählen vom Neuanfangen, Anpacken und Füreinander-Dasein. Was ihnen damals eine Anker war, zählt auch heute: Familie und Zusammenhalt.

Als Margaretha Citroni und Maria Geiblinger 1925 zur Welt kamen, führte Österreich gerade den Schilling ein. Ein Jahr später wurden Emma Zachhuber und Josefa Bresenhuber geboren.

Zwischen ihren ersten Lebenstagen und ihrem heutigen Alltag liegt ein Jahrhundert voller Umbrüche. In ihren Erinnerungen wird daraus eine ganz persönliche Geschichte: von der Kindheit mit vielen Geschwistern, von vieler harter Arbeit, die ihnen aber auch Freude machte, und von Menschen, die ihnen bis heute nahestehen.

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Im Citronis Zimmer erzählen viele Familienbilder davon, was ihr im Leben am wichtigsten ist. Die 101-Jährige wuchs mit neun Geschwistern in Dietach (Bez. Steyr-Land) auf. Später lebte sie mit ihrem Mann und den zwei Töchtern im eigenen Haus in Serning im selben Bezirk, kümmerte sich um die Familie und half mit, wo sie gebraucht wurde.

Nach einem Knochenbruch übersiedelte die dreifache Oma und vierfache Uroma mit 99 Jahren ins Seniorenwohnhaus. "Ich lese sehr gerne Zeitung und bekomme viel Besuch von der Familie." Bresenhuber, 100 Jahre alt und Mutter von drei Söhnen, wuchs ebenfalls in der Umgebung von Bad Hall auf. Familie und Zusammenhalt geben auch ihr Kraft.

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Aus der Heimat vertrieben

Bei Kriegsende 1945 waren die vier Frauen erst 19 oder 20 Jahre alt. Für Zachhuber und Geiblinger bedeutete das auch, dass sie ihre Heimat verlassen mussten.

Emma Zachhuber wuchs mit sechs Geschwistern in Marienburg bei Kronstadt in Rumänien auf. 1944 wurde sie mit ihrer Familie nach Österreich vertrieben. Hier hatte sie großes Glück und konnte an ihre Leidenschaft anknüpfen, mit Kindern zu arbeiten. "Ich machte die evangelische Ausbildung für den Kindergarten und konnte in meinem Beruf weiterarbeiten."

"Viel arbeiten"

Maria Geiblinger stammt aus dem Böhmerwald im heutigen Tschechien. Auch ihre Familie musste die Heimat verlassen und kam nach Steyr. Im Böhmerwald arbeitete sie auf einem Weingut und kümmerte sich um Reben, Kühe und Pferde. In Österreich arbeitete sie später bei einem Weinhändler. "Die Arbeit machte mir großen Spaß", erinnert sich die heute 101-Jährige.

Als 1955 der Staatsvertrag unterzeichnet wurde, waren die vier Frauen um die 30 Jahre alt. Sie erlebten den Wiederaufbau und die Jahrzehnte des wirtschaftlichen Aufschwungs. Ihr eigenes Leben prägten Familie, Fleiß, Arbeit und Verantwortung für andere. Ihr Rezept für ein langes Leben klingt bescheiden: "Anständig und treu bleiben" oder "viel arbeiten".

red, 19.10.2026, 05:00
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