Die Gefahr landet unbemerkt im Glas: K.O.-Tropfen sind meist farb- und weitgehend geruchlos, können innerhalb weniger Minuten wirken. Schwindel, Verwirrtheit und Erinnerungslücken sind mögliche Folgen – bis hin zur Bewusstlosigkeit. Mit der Kampagne "Say NO to K.O." will pro mente OÖ jetzt aufklären und beim Schutz helfen.
Die Initiative startete vor wenigen Tagen: Bis 28. Februar werden 7.500 Info-Folder mit kostenlosen Testkarten verteilt – in Schulen, in Jugendzentren und über Streetwork. Die scheckkartengroßen Helfer des österreichischen Start-ups "Night Saver" sollen die gefährlichen Substanzen GHB/GBL im Getränk innerhalb weniger Sekunden anzeigen.
Wie groß das Problem tatsächlich ist, bleibt unklar: Laut pro mente werden österreichweit jährlich rund 120 Anzeigen im Zusammenhang mit den Tropfen eingebracht. Man geht aber von einer enormen Dunkelziffer aus.
Erinnerungslücken, Scham und die kurze Nachweisbarkeit der Substanzen erschweren die Aufklärung. "Niemand nimmt K.O.-Tropfen freiwillig, und niemand ist selbst schuld, wenn es passiert", betont pro-mente-OÖ-Vorstandsvorsitzender Kurosch Yazdi-Zorn.
Dabei können die Folgen weit über den Abend hinausreichen. "Betroffene – ganz überwiegend Frauen – leiden langfristig unter den Folgen: schwere Traumatisierungen sind häufig", erklärt Thomas Labacher, Leiter des Suchtbereichs bei der Organisation.
Wichtig: Die Karten testen auf GHB/GBL. Andere betäubende Mittel werden nicht angezeigt – ein unauffälliger Test bedeutet deshalb keine Entwarnung für sämtliche K.O.-Substanzen. Auch plötzlich starke Müdigkeit, Übelkeit oder eine ungewöhnlich heftige Wirkung von wenig Alkohol sollten ernst genommen werden.
Bei Verdacht rät pro mente: sofort Freunde oder Barpersonal informieren, einen sicheren Ort aufsuchen und möglichst nicht allein bleiben. Eine Begleitung ins Krankenhaus organisieren. Beratung und Unterstützung bietet die Organisation kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym an.