Eine an der polnischen Ostsee-Küste gefundene russische Drohne war mit Sprengstoff bestückt. Spezialkräfte trennten den Sprengkopf von dem Fluggerät und entschärften ihn noch am Strand.
"Sie enthielt einen Splittersprengkopf samt Zünder", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Poznan der Nachrichtenagentur PAP. Die Drohne war am Montag nahe des Badeortes Rusinowo in Westpommern entdeckt worden. Sie soll nun auf einem Militärgelände weiter untersucht werden.
Bei dem Fluggerät handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um eine in Russland produzierte Drohne des Typs Gerbera-2.
Polen untersucht auch einen möglichen Zusammenhang mit einem Drohnenvorfall in Litauen. In der Nacht auf Dienstag war dort eine russische Kampfdrohne in den Luftraum eingedrungen und abgeschossen worden. Laut litauischem Verteidigungsministerium trug auch sie eine Sprengladung.
Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz hält es für möglich, dass die in Polen gefundene Drohne zuvor ebenfalls über Litauen geflogen war. Nach Versuchen, sie unschädlich zu machen, habe sie die Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad passiert und danach höchstwahrscheinlich über der Ostsee operiert.
Polen und Litauen wollen die Vorfälle nun gemeinsam aufklären.