Bei einem russischen Luftangriff auf die ostukrainische Großstadt Charkiw sind in der Nacht auf Dienstag mindestens 73 Menschen verletzt worden. Das teilte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft mit.
Gegen 3.20 Uhr schlug ein Geschoss im Stadtbezirk Nemyshlianskyj ein. Getroffen wurde ein Verbindungsgang zwischen zwei Krankenhausgebäuden. Die Wucht der Explosion beschädigte die Fassade und mehrere Krankenzimmer. Zahlreiche Fensterscheiben gingen zu Bruch.
Unter den 73 Verletzten befinden sich laut ukrainischen Behörden Patienten, medizinisches Personal und Bewohner umliegender Wohnhäuser. Zunächst war von 62 Verletzten die Rede gewesen.
Auch eine weitere medizinische Einrichtung, ein Labor und zehn Wohnhäuser wurden beschädigt. Insgesamt sollen durch die heftigen Detonationen rund 1.000 Fensterscheiben zu Bruch gegangen sein.
Rund 200 Patienten müssen aus dem beschädigten Krankenhaus in andere Einrichtungen gebracht werden. Die Angaben zu den Schäden und Verletzten konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Am Einschlagsort stellten ukrainische Ermittler Trümmerteile des eingesetzten Geschosses sicher. Nach ersten Erkenntnissen könnte es sich um eine russische FAB-250-Fliegerbombe mit einem UMPK-5R-Lenkmodul gehandelt haben.
Die ukrainische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen eines mutmaßlichen Kriegsverbrechens eingeleitet. Charkiw ist nach Kiew die zweitgrößte Stadt der Ukraine. Die Metropole liegt nahe der russischen Grenze und wird seit Beginn des Krieges immer wieder zum Ziel russischer Angriffe.