Mit Hyperschallrakete

Unterirdische Gasspeicher: Heftiger Angriff auf Ukraine

Erneut schwere Angriffe auf die Ukraine: Raketen treffen kritische Infrastruktur, Stromausfälle und Kälte verschärfen die Lage im Land.
Newsdesk Heute
09.01.2026, 08:07
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Ein Objekt der kritischen Infrastruktur wurde angegriffen, das hat der Gebietsgouverneur Maksym Kosyzkyj auf Telegram geschrieben. Ukrainische Militärblogs haben angebliche Videos aus der Region veröffentlicht, auf denen sechs Einschläge hintereinander zu sehen sind. Das erinnert stark an das Trefferbild von sechs Gefechtsköpfen der neuen russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik, auch Haselstrauch genannt. Offiziell wurde der Einsatz dieser Rakete aber nicht bestätigt.

"Ob das eine Oreschnik war, ist nicht bekannt", hat der Bürgermeister von Lwiw, Andrij Sadowyj, erklärt. Darüber müsse das Militär Auskunft geben. Bewohner aus der Region berichten, die lauten Einschläge hätten sich wie mehrere Erdbeben hintereinander angefühlt. Zu welchem Ziel genau der Angriff geführt wurde, sagten die ukrainischen Behörden nicht. Im Gebiet Lwiw befindet sich aber der unterirdische Gasspeicher von Stryj, der bereits mehrmals Ziel russischer Angriffe war, wie NTV berichtet.

Russland hatte diese neue Mittelstreckenrakete Oreschnik nach eigenen Angaben im November 2024 erstmals auf die südukrainische Großstadt Dnipro abgefeuert. Auch dieser Start erfolgte aus Kapustin Jar bei Astrachan in Südrussland. Die sechs Gefechtsköpfe enthielten damals laut ukrainischen Angaben keinen Sprengstoff. Kremlchef Wladimir Putin sprach von einem Test und kündigte an, dass noch weitere folgen sollten.

Menschen sollten auf Luftalarm achten

Westliche Militärs sehen in der Oreschnik eine Weiterentwicklung der russischen Interkontinentalrakete RS-26 Rubesch. Die Reichweite des nuklearfähigen Systems wird auf 2.000 bis 5.000 Kilometer geschätzt. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko behauptet, Russland habe die Oreschnik mittlerweile auch in seinem Land stationiert.

Die Ukraine hatte bereits mit einem schweren russischen Luftangriff gerechnet. Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte in seiner Abendansprache: "Es gibt Informationen, dass es heute Nacht einen neuen massiven russischen Angriff geben könnte." Die Menschen sollten auf den Luftalarm achten und sich in Schutzräume begeben.

In der Nacht wurde die Hauptstadt Kiew zunächst von Drohnenschwärmen angegriffen. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von mindestens vier Toten und 19 Verletzten. Durch den schweren Angriff sei auch die kritische Infrastruktur beschädigt worden. In einigen Stadtteilen wurde die Strom- und Wasserversorgung unterbrochen. Herabfallende Trümmerteile verursachten Schäden, Wohnhäuser standen in Flammen. Außerdem meldete die ukrainische Luftwaffe Angriffe mit dem Marschflugkörper Kalibr vom Schwarzen Meer aus. Die Ukraine griff ihrerseits Ziele in den russischen Regionen Belgorod, Orjol und St. Petersburg mit Kampfdrohnen an.

"Setzt derzeit mehr auf den Winter als auf Diplomatie"

Moskau versuche, die Ukraine im strengen Frost besonders zu treffen, sagte Selenskyj: "Russland setzt derzeit mehr auf den Winter als auf Diplomatie, auf ballistische Raketen gegen unsere Energieversorgung und nicht auf Arbeit mit Amerika und Vereinbarungen mit Präsident (Donald) Trump."

Ab Freitag sollen die Temperaturen in der Ukraine fast überall unter den Gefrierpunkt sinken. In Kiew und im Norden des Landes werden in den nächsten Tagen sogar zweistellige Minusgrade erwartet. Dadurch steigt der Druck auf die ohnehin geschwächte Versorgung mit Strom, Wärme und Wasser. Im Gebiet Dnipropetrowsk herrscht nach einem Angriff in der Nacht auf Donnerstag bereits der schlimmste Blackout seit fast vier Jahren Krieg, Hunderttausende Menschen sind ohne Strom. Bei einem Raketenangriff auf die Stadt Krywyj Rih wurde eine Frau getötet, mindestens 23 Menschen wurden verletzt.

Papier sei "im Grunde bereit"

Der russische Raketenangriff auf Ziele, die nur 80 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt liegen, dürfte auch die laufenden Verhandlungen über eine Friedenslösung beeinflussen. Russland hat bisher auf die Gespräche zwischen Kiew, den Europäern und den USA zu Sicherheitsgarantien und dem Wiederaufbau der Ukraine nicht reagiert.

Selenskyj sieht nach den jüngsten Gesprächen in Paris große Fortschritte bei einem bilateralen Dokument mit den USA über Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Das Papier sei nun "im Grunde bereit" für die Fertigstellung auf höchster Ebene mit Präsident Trump, schrieb er auf sozialen Netzwerken.

Russland wird in diesem Gesprächsprozess von den USA auf dem Laufenden gehalten. Die französische Zeitung "Le Monde" berichtete, der Kreml-Unterhändler Kirill Dmitrijiew sei am Donnerstag in Paris gewesen, einen Tag nach dem Gipfel der Ukraine-Unterstützer in der Koalition der Willigen. Das US-Portal "Axios" schrieb unter Berufung auf informierte Quellen, Dmitrijew habe in der US-Botschaft in Paris mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner gesprochen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 09.01.2026, 08:07
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