Teenager im Visier

Russland und Iran rekrutieren Spione per Videospiel

Immer mehr Jugendliche werden online von russischen und iranischen Diensten für Spionage, Sabotage und Anschläge angeworben.
Newsdesk Heute
10.06.2026, 11:11
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Unverdächtige europäische Jugendliche geraten zunehmend ins Visier russischer und iranischer Geheimdienste. Sie werden online für Spionage, Sabotage und sogar Mordaufträge rekrutiert – meist über Messenger und Videospiel-Plattformen. Die Anwerbung erfolgt häufig mit Versprechen auf Geld und Nervenkitzel.

Selbst Minderjährige als Zielgruppe

Ein aktueller Fall betrifft den norwegischen Teenager Johann Natland, der über Telegram Kontakt zu Auftraggebern aufnahm und schließlich in England wegen eines Mordkomplotts festgenommen wurde. Er war von einer schwedischen Organisation angeworben worden, die für das iranische Regime arbeitet.

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Wie die Financial Times berichtet, haben die Behörden in mehreren EU-Staaten Hinweise auf eine steigende Zahl solcher Fälle. Europol sieht darin eine neue Priorität. Laut Catherine De Bolle, Chefin von Europol, wachse die junge Generation 'weitgehend unabhängig von ihren Eltern auf. Sie wurde online erzogen'.

Gaming-Plattformen als Rekrutierungsfeld

Der Erstkontakt zu den Jugendlichen erfolgt oft über soziale Medien wie TikTok, Snapchat oder Discord. Dort suchen Agenten gezielt nach Teenagern, die sich für Problemlösung interessieren und sich leicht manipulieren lassen. Besonders beliebt sind dabei Gamer-Plattformen, da dort viele technikaffine Jugendliche unterwegs sind.

Der Erstkontakt zu den Jugendlichen erfolgt oft über soziale Medien wie TikTok, Snapchat oder Discord.
www.istockphoto.com

Als Belohnung locken die Auftraggeber mit Kryptowährung und dem Versprechen von Abenteuern. Aber auch politische Motive, etwa Antisemitismus, werden genutzt. So waren an jüngsten Anschlägen in den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich minderjährige Täter beteiligt.

Ukraine als Vorbild für die Methode

Die Methode wurde zunächst in der Ukraine angewandt, wo russische Dienste bereits ab 2022 Jugendliche für Sabotage und Spionage rekrutierten. Dort waren laut Berichten bis zu 21 Prozent der festgenommenen Kollaborateure minderjährig. Inzwischen weiten Russland und Iran diese Praxis auf ganz Europa aus.

Auch in den Niederlanden sorgte der Fall eines 17-jährigen Buben für Aufsehen, der angeblich für den russischen Geheimdienst Ministerien und Polizeigebäude ausspähte. Sein Vater schilderte in der Zeitung „De Telegraaf“, dass sein Sohn ein begeisterter Gamer sei, er aber nie für möglich gehalten hätte, dass er zum Spion werden könnte. Die Behörden raten Eltern, auch die Gefahren des Internets stärker im Blick zu behalten.

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