Die geplante Sperre der Wiener S-Bahn-Stammstrecke sorgt schon jetzt für Unruhe – und der ÖAMTC schlägt Alarm. Für tausende Pendler drohen längere Fahrzeiten, Staus und Parkplatz-Frust. Jetzt bringt der Mobilitätsclub eine brisante Forderung aufs Tapet: eine "Grüne Parkzone Light" auf Zeit.
Die Modernisierung der S-Bahn-Stammstrecke ist notwendig – doch der Zeitpunkt sorgt für Kopfschütteln. Denn zusätzlich sollen im Sommer auch Teile der U3 und U4 gesperrt werden. Für viele klingt das nach Verkehrschaos.
"Uns ist bewusst, dass die Modernisierung notwendig ist, allerdings stehen zwischenzeitlich kaum gleichwertige Alternativen für Pendelnde zur Verfügung. Was die Situation noch weiter verschärft: Im Sommer sollen auch Teile der Linien U3 und U4 wegen Sanierungsarbeiten gesperrt werden", betont ÖAMTC-Verkehrsexperte Matthias Nagler. Damit zeige sich einmal mehr, dass in Wien ein S-Bahn-Ring bzw. eine zweite Stammstrecke fehlen.
Klar ist: Vor allem Niederösterreicher, die täglich in die Hauptstadt pendeln, müssen sich auf deutlich längere Fahrtzeiten einstellen.
Der ÖAMTC sieht die Stadt Wien am Zug. Während der 14-monatigen Sperre brauche es rasch spürbare Erleichterungen für Betroffene. "Aufgrund der Einschränkungen im Bahnbetrieb wird sich die Fahrtzeit für Niederösterreicher:innen deutlich verlängern. Allerdings könnte die Stadt Wien einen wertvollen Beitrag leisten und kurzfristig entsprechende Erleichterungen schaffen", regt Nagler an.
Die konkrete Idee: Eine befristete Ausnahme von der zulässigen Höchstparkdauer in den Wiener Außenbezirken – beantragbar für Pendler. Die Gebührenpflicht soll bleiben, ebenso die Regeln in Geschäftsstraßen. Doch wer länger als zwei Stunden parken muss, soll das künftig dürfen.
"Vielen Pendlern wäre bereits sehr geholfen, wenn sie ihr Fahrzeug auch länger als die erlaubten zwei Stunden in einem Außenbezirk stehen lassen könnten. Schließlich sind die verfügbaren Park & Ride-Anlagen am Stadtrand bereits stark ausgelastet", hält der Verkehrsexperte fest. "Im Optimalfall käme die Stadt Wien den betroffenen Pendlern auch mit etwas günstigeren Parkgebühren entgegen – z.B. mit einer Tagespauschale."
Die Maßnahme soll laut ÖAMTC vorerst bis Ende Oktober 2027 gelten – dann soll die Sanierung abgeschlossen sein. Wichtig sei dabei, die lokalen Gegebenheiten zu berücksichtigen. Denn in manchen Vierteln ist die Stellplatzauslastung ohnehin schon am Limit.