Der 1:0-Erfolg von Borussia Dortmund in Stuttgart und die Rückkehr an die Bundesliga-Tabellenspitze gerieten plötzlich in den Hintergrund. BVB-Trainer Niko Kovac erfuhr direkt nach dem Auswärtssieg vom Tod seines langjährigen Weggefährten und früheren Co-Trainers Peter Hermann.
Die Nachricht erreichte Kovac während eines Sky-Interviews. Moderator Sebastian Hellmann hatte selbst erst während des Gesprächs vom Tod des 74-Jährigen erfahren und informierte Kovac sowie die Experten Lothar Matthäus und Julia Simic.
"Mir bleibt ein wenig die Luft weg", reagierte Kovac sichtlich bewegt. Noch vor ein oder zwei Monaten habe er versucht, Hermann zu erreichen. Das sei damals nicht mehr möglich gewesen, stattdessen habe dessen Tochter das Telefon abgehoben.
"Seine Krankheit war leider unheilbar. Ich bin tieftraurig, ein guter Mensch hat uns verlassen", sagte der Dortmund-Trainer.
Die Todesnachricht hatte auch Auswirkungen auf Kovacs weitere Abendplanung. Eigentlich sollte der BVB-Coach später im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF auftreten.
Dazu kam es nicht mehr. "An dieser Stelle hatten wir eigentlich vor, mit BVB-Trainer Niko Kovac zu sprechen", erklärte Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein. Kovac habe jedoch kurzfristig abgesagt, nachdem er vom Tod Hermanns erfahren hatte.
Auch auf der Pressekonferenz nach dem Spiel rang Kovac mit den Tränen. Im Namen von sich und seinem Bruder sprach er Hermanns Familie sein Beileid aus. "Ein toller Mensch ist von uns gegangen", sagte er.
Kovac kannte Hermann aus mehreren Stationen seiner Karriere. Bereits als Spieler bei Bayer Leverkusen arbeitete er mit ihm zusammen. Später gehörte Hermann auch während Kovacs Zeit als Bayern-Trainer zu seinem Betreuerstab.
Hermann starb am Samstag im Alter von 74 Jahren. Der langjährige Fußballtrainer hatte an ALS gelitten – so wie der im Mai verstorbene, beliebte Sky-Experte Alfred Tatar. Über Jahrzehnte gehörte Hermann zu den bekanntesten Co-Trainern im deutschen Fußball.
Besonders eng war Hermann mit Leverkusen verbunden. Darüber hinaus arbeitete er unter anderem für Bayern, Schalke 04, den Hamburger SV und Borussia Dortmund sowie für den Deutschen Fußball-Bund.
Einen seiner größten Erfolge feierte er 2013 beim FC Bayern. Als Assistent von Jupp Heynckes war Hermann Teil jenes Trainerteams, das mit den Münchnern das Triple gewann.