Elif packt im TV aus

Sängerin von Familie verprügelt, bis Trommelfell platzt

Elif blickt auf eine Kindheit voller Gewalt und Ablehnung zurück. Jetzt spricht sie offen über Depressionen, Familie und ihren Weg zurück ins Leben.
Heute Entertainment
12.06.2026, 16:39
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Die Offenheit von Elif geht unter die Haut. In der NDR-Sendung "deep und deutlich" spricht die Deutschpop-Sängerin erstmals ausführlich über ihre schwierige Vergangenheit.

Trotz großer Erfolge – sie stand bereits mit Rihanna auf der Bühne, unterschrieb mit 17 Jahren ihren ersten Plattenvertrag und gehört zu den großen Namen der Deutschpop-Branche – fehlte ihr ausgerechnet zuhause die Unterstützung.

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"Ich habe sehr viel Gewalt erlebt in meiner Kindheit", erzählt die Musikerin. Lange habe sie vieles heruntergespielt, doch heute wolle sie das nicht mehr.

Besonders erschütternd ist ihre Erinnerung an die Zeit nach dem Vertragsabschluss: "Mit 17 habe ich meinen ersten Plattenvertrag unterschrieben, dann wurde ich so krass verprügelt zuhause, dass mein Trommelfell geplatzt ist. Meine eine Gesichtshälfte war komplett blau und dann bin ich abgehauen." Nach einigen Tagen bei einer Freundin sei sie zurückgekehrt – "als ich zurück kam, haben sie so getan, als wäre nichts passiert."

"Wenn du groß bist, darfst du gar nichts mehr."

Die Ablehnung setzte sich über Jahre fort. "Ich bin durch meine musikalische Karriere sehr lange alleine gegangen. Meine Eltern haben mit mir drei, vier Jahre nicht gesprochen", berichtet Elif. Der Wunsch nach Freiheit entstand früh. Noch heute erinnert sie sich an einen Satz ihres älteren Bruders vor einem Kinobesuch, als sie acht Jahre alt war: "Genieße das, weil wenn du groß bist, darfst du gar nichts mehr."

Du oder jemand, den du kennst, benötigt Hilfe in Bezug auf psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt?
Hier findest du sie:
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Gewaltschutzzentren: +43 1 585 32 88
Weisser Ring: 0800 112 112
TelefonSeelsorge – Notruf 142 (täglich 0-24 Uhr)

Wenn auch du unter Depressionen oder an psychischen Herausforderungen leidest, dann findest du hier Hilfe:

TelefonSeelsorge – Notruf 142 (täglich 0-24 Uhr)
Kriseninterventionszentrum: 01/4069595

"Da hat sich ein ganz großer Freiheitsdrang entwickelt bei mir", sagt sie rückblickend. Erst als sie 2025 auch aufgrund des beruflichen Drucks schwer mit ihrer psychischen Gesundheit zu kämpfen begonnen hatte, veränderte sich das Verhältnis, und die Verurteilung durch ihre türkische Familie hörte auf: "Als ich letztes Jahr in die Depression gerutscht bin, hat es komplett aufgehört mit dem Judgen, weil sie gemerkt haben, dass sie mich verlieren können."

Die 33-Jährige setzt inzwischen auf Therapie und Medikamente und blickt entschlossen nach vorne: "Ich möchte der Mensch sein, der mich hält. Ich brauche keine Mama und keinen Papa... ich hatte dieses Privileg nicht, die konnten sich, glaube ich, selber nicht so gut halten, weil sie selbst auch emotional instabil waren."

Weiter zeigt sie sich motiviert: "Ich nehme mit Herzen gerne Antidepressiva, weil ich hoffe, dass das meine letzte depressive Episode war – denn ich will mein Leben zurück." Heute habe sie zu ihrem Vater ein gutes Verhältnis und vor allem ein Ziel: "Ich habe unglaublich große Lust, das aufzuarbeiten und stärker rauszugehen."

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